Es ist gut, sich heute am 17. Juni zu erinnern. Erinnern an den 17. Juni 1953, der Tag an dem in der DDR Menschen streikten und gegen das Regime protestierten. Es gab blutige Auseinandersetzungen und über 125 Menschen wurden getötet oder zum Tode verurteilt und hingerichtet.
Das Erinnern an diesen Tag war in der alten Bundesrepublik der “Tag der Deutschen Einheit“. Heute ist der 17. Juni kein Feiertag mehr. Die Ereignisse des Jahres 1953 sind jedoch fester Teil unserer deutschen Geschichte.
Wenn wir uns weiter an diesen Tag erinnern, ist das wie eine Mahnung an uns selbst, die Demokratie in diesem Land zu verteidigen, sie nicht als selbstverständlich zu sehen.
Erinnern macht uns zu denen, die wir sind, zu denen, als die wir uns verstehen. Als Christ*innen sind wir Erinnernde.
Erinnerung und Erinnerungskultur sind in der Bibel kein Randthema, sondern das zentrale Prinzip, das Glauben, Identität und Gemeinschaft prägt. Dabei geht es um persönliches Erinnern und um gemeinsames Erinnern: zu dem Volk Gottes, das aus Ägypten auszog, gehöre ich und gehören wir. Zu dem, der gesagt hat, „Solches tut zu meinem Gedächtnis“, gehöre ich und gehören wir.
Erinnere Dich mal, wie schön das war,
sagen wir manchmal und denken mit jemand anderem zusammen an ein Ereignis, das uns gemeinsam geprägt hat.
Überall, wo wir uns gemeinsam erinnern, stärken wir unsere Gemeinschaften, in denen wir leben und die uns tragen. Wir stärken uns, wenn wir gemeinsam Gottesdienste feiern und uns dabei erinnern, wie nah Gott uns sein will. Wir stärken uns und unsere Gesellschaft durch das Erinnern an Tagen wie den 17. Juni, an dem mit den Toten von damals auch unsere Werte heute niedergeschossen wurden.
„You can fool some people sometimes, but you can’t fool all the people all the time.“ (Bob Marley)
Christian Dittmar, Stellvertretender Leiter des kda Bayern
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