Aktion 1+1 vor 30 Jahren: Arbeitszeit und Teilzeitarbeit im Blick

NÜRNBERG. Im Jahr 1996 hat sich die „Aktion 1+1. Mit Arbeitslosen teilen“ das Motto „arbeiten-teilen-leben“ auf die Fahnen geschrieben. In der damaligen Kampagne ging es um Ansätze des Teilens von Arbeit insbesondere im Hinblick auf arbeitslose Menschen. Dabei waren Modelle des Teilens von Arbeit wie Sabbatjahr, Senior-Junior-Modell oder Job-Sharing im Blick, die auch in der Kirche praktiziert werden konnten. „Die Teilzeitarbeit muss noch ausgebaut werden“, so der damalige Landes-Synodalpräsident Dieter Haack.

Zum Kollekten-Sonntag am 07. Juli 1996 gab die Arbeitshilfe der Aktion 1+1 Denkanstöße zur Situation auf dem Arbeitsmarkt:

„In diesem Jahr zählte man die höchste Zahl von erwerbslosen Menschen nach Kriegsende“ hieß es im Editorial.

Die Arbeitslosenquote lag bei 10,8 Prozent. Sozialpfarrer und kda-Amtsleiter Hans Gerhard Koch wünschte sich in seinem Beitrag, „dass der Skandal aufhört, dass viele viel zu viel und ebenfalls viele überhaupt nicht mehr arbeiten müssen und dürfen“. Er kritisiert Milliarden von Überstunden, die gegengerechnet Millionen von Arbeitsplätzen entsprechen oder

„die Tatsache, dass die Schere zwischen den Einkommen der Gutverdienenden und denen der unteren Lohngruppen und Erwerbslosen immer mehr auseinander geht.“

Die ebenfalls zitierte Studie der EKD zur sozialen Ordnung weist außerdem darauf hin, dass „der Aspekt der Gleichstellung der Geschlechter (…) bei der Neugestaltung der Arbeitszeiten besonders zu beachten (ist).“

„Wirtschaftliche Herausforderungen wiederholen sich – entscheidend ist, wie solidarisch wir darauf antworten“,

so Christian Dittmar, heute stellvertretender Leiter des kda Bayern mit Blick auf die Aktion 1+1 heute und vor 30 Jahren.

„Jeder verdoppelte Euro schafft Arbeitsplätze und damit echte Chancen. Hier wird Solidarität nicht nur diskutiert, sondern gelebt“, meint der Theologe.

Foto: kda Bayern

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