„Betriebsratsarbeit ist gelebte Solidarität“

AUGSBURG. Engagierte Betriebsrätinnen und Betriebsräte verhandeln Arbeitszeitregelungen, begleiten Umstrukturierungen, sichern Qualifizierung und kämpfen für gute Arbeitsbedingungen. Anlässlich der bundesweiten Betriebsratswahlen luden Kirchlicher Dienst in der Arbeitswelt (kda Bayern), DGB und katholische Betriebsseelsorge Ende Februar zu einem Pressegespräch mit Betriebsrätin Susanne Späth.

Am 1. März haben bundesweit die Betriebsratswahlen begonnen. Auch in der Region Schwaben sind Beschäftigte bis zum 31. Mai aufgerufen, ihre Interessenvertretungen zu wählen. Obwohl das Betriebsverfassungsgesetz vorsieht, dass in Betrieben ab 5 Beschäftigten Betriebsräte gewählt werden, ist dies nicht selbstverständlich. Laut DGB arbeiten nach wie vor arbeiten mehr als die Hälfte der Beschäftigten in Betrieben ohne betriebliche Interessenvertretung.

„Demokratisch gewählte Betriebsräte sind nicht nur wichtig für den einzelnen Betrieb, sondern auch ein Beitrag zu Solidarität und Teilhabe in unserem Land, “ so Diakon Ulrich Gottwald. Der Systemischer Seelsorger und Trainer für Demokratie-Bildung ist in der Region Augsburg-Schwaben als Arbeitsseelsorger für den kda Bayern tätig. „Betriebsratsarbeit ist gelebte Solidarität,“ so Gottwald weiter, „Dadurch ist das Wählen, dass sich aufstellen lassen und auch das Gründen von Betriebsräten elementarer Bestandteil von aktiver, gelebter und gesellschaftlich prägender Demokratie.“

„Gerade jetzt, wo Betriebe sich durch Digitalisierung, neue Technologien und strukturelle Veränderungen neu aufstellen, brauchen Beschäftigte eine starke Stimme und verbindliche Mitspracherechte im Betrieb“, ergänzt Silke Klos-Pöllinger, Regionsgeschäftsführerin des DGB in Schwaben.

Betriebsrätin Susanne Späth berichtete anschaulich von ihrem Engagement. Vor 3 Jahren hat sie einen Betriebsrat mitgegründet. „Arbeitszeiterfassung war dann der erste Brocken, den wir angegangen sind, da es kein einheitliches und transparentes System der Arbeitszeiterfassung gegeben hat. Die gelungene Einführung eines Arbeitszeitkontos mit Gleitzeit haben unsere Leute dann auch gefeiert und gibt dem Unternehmen Rechtssicherheit.“

Die Betriebsratswahlen gehören in Deutschland zu den Wahlen mit der höchsten Wahlbeteiligung. Bei den letzten Wahlen 2022 gaben, trotz erschwerter Bedingungen durch die Corona-Pandemie, nach einer Auswertung der Hans-Böckler-Stiftung 71,9 Prozent der wahlberechtigten Beschäftigten ihre Stimme ab.

Foto: DGB Schwaben

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