BERLIN. Der Deutsche Frauenrat (DF) hat sich mit zahlreichen Beschlüssen gegen Sozialabbau und eine allgemeine Depriorisierung von Gleichstellungspolitik unter der schwarz-roten Bundesregierung in Stellung gebracht. Die Mitgliederversammlung des DF, die vom 20.-21. Juni 2026 in Berlin tagte und zu der auch die stimmenstarke Delegation der Evangelischen Frauen in Deutschland (EFiD) gehört, verabschiedete einen umfangreichen Forderungskatalog.
Als Dachverband bündelt der Deutsche Frauenrat die Interessen seiner Mitglieder als starke und solidarische Stimme für Frauen – aktuell mit Blick auf die angestrebten Kürzungen und sozialpolitischen Reformen im Bereich Gesundheit, Pflege und Rente. Auch die Evangelische Delegation sprach sich klar und deutlich gegen den Sozialabbau und Kürzungen aus.
Gleichstellungspolitischen Erdrutsch stoppen
In der Pressemitteilung des DF vom 21. Juni heißt es: „Die Vorsitzende des DF, Dr. Beate von Miquel, warnte vor den rund 130 Delegierten vor einem gleichstellungspolitischen Erdrutsch durch die Reformpläne der Bundesregierung:
„Diese Reformen gefährden die gleichstellungspolitischen Erfolge der letzten Jahrzehnte. Dort, wo Lücken in das Netz unseres Sozialstaats gerissen werden, springen am Ende Frauen ein – auf Kosten ihres Einkommens, ihrer Rente, ihrer Unabhängigkeit. Was wir brauchen, ist eine Agenda für 50 % der Bevölkerung, keine Depriorisierung von Frauen- und Gleichstellungspolitik.“
Frauen sind Leidtragende der Sparvorhaben
Im 75. Jahr des Bestehens des DF ist das Engagement seiner rund 60 Mitgliedsorganisationen für Frauenrechte und Demokratie ungebrochen: Über zwei intensive Tage hinweg rüsteten die Delegierten ihren Dachverband mit zahlreichen Beschlüssen für aktuelle gleichstellungspolitische Herausforderungen in Zeiten zunehmender gesellschaftlicher Spaltung.
In einer Resolution bündelten die Verbandsvertreter*innen ihre Forderungen nach gleichstellungspolitisch konsistenten Rahmenbedingungen der großen Reformvorhaben, damit nicht Frauen zu den Leidtragenden der Sparvorhaben werden. Sie forderten die überfällige Umsetzung der von der Bundesregierung verschleppten EU-Entgelttransparenzrichtlinie und eine Stärkung von Gleichstellungsbeauftragten und der gleichstellungspolitischen Zivilgesellschaft.
Die Mitgliederversammlung schärfte zudem das sozialpolitische Profil des Verbands mit Forderungen nach einer Stärkung der gesetzlichen Rente, des sozialen Wohnungsbaus, oder einer besseren Unterstützung bei verdeckter Alters- oder Pflegearmut.“
Frauenrechte stärken, heißt Demokratie stärken
Im Vorfeld der Mitgliederversammlung feierte der DF mit vielen Gästen und Prominenz sein 75. Jubiläum. In der PM des DF vom 19. Juni heißt es dazu unter anderem:
„Klimaschutzaktivistin Luisa Neubauer rief in ihrer Jubiläumsrede angesichts des globalen Backlashs gegen Frauenrechte und Demokratie dazu auf, Hoffnung als Strategie zu leben: „Mehr denn je kommt es auf uns – auf die Verbündeten der Gleichstellung – an. Lasst uns radikal groß denken. Groß, angesichts der Verantwortung, die uns von unseren Großmüttern auferlegt wurde und die uns vertrauen, dass wir den Kampf um Gleichstellung weitertragen“, so Neubauer.“
Nina Golf, wissenschaftliche Referentin des kda Bayern und Delegierte für die Evangelischen Frauen in Bayern resümiert:
„Drei Tage geballte Women-Power zeigen, dass Solidarität trägt.“
Foto: Evangelische Delegation der Mitgliederversammlung des Deutschen Frauenrates 2026, Bildrechte: Ulrike Kothe
