Eine wichtige Brücke zwischen Kirche und Betrieb

SCHWEINFURT. Einmal jährlich sind Pfarrerinnen und Pfarrer und weitere Hauptamtliche des Dekanates Schweinfurt zu Gast in Schweinfurter Industrie-Betrieben. Organisiert werden diese Besuche von Diakon Klaus Hubert, Arbeitsseelsorger des kda Bayern in der unterfränkischen Industriestadt, in vertrauensvoller Zusammenarbeit mit den jeweiligen Firmen und ihren Betriebsräten. Im Mittelpunkt der letzten Exkursion stand eine Führung durch verschiedene Produktionsbereiche des Kugel- und Wälzlagerherstellers Schaeffler AG in Schweinfurt – bekannt auch unter den vormaligen Namen FAG-Kugelfischer.

Der traditionsreiche Industriestandort Schweinfurt erlebt schwere Zeiten.

„Momentan laufen in nahezu allen großen Industrieunternehmen der Region Personalabbau-Programme“, weiß Diakon Klaus Hubert.

Auch Massenentlassungen stünden im Raum. Allein bei Automobilzulieferer ZF sollen bis zu 4.000 Arbeitsplätze in Gefahr sein. Klaus Hubert ist als Arbeitsseelsorger des kda Bayern in der Region tätig und weiß, wie wichtig der Kontakt von Kirche und Betrieben gerade in diesen Zeiten ist.

„Der regelmäßige Austausch und die Begegnung zwischen dem Betrieb, seinen Arbeitnehmenden und den Kirchen vor Ort, ist essentiell und für beide Seiten fruchtbar“,

resümierte auch Jürgen Schenk, Betriebsratsvorsitzender der Schaeffler AG Schweinfurt in seiner Begrüßung der diesjährigen Exkursionsgruppe.

Zukunfts-Technologie

Zu Beginn des diesjährigen Betriebsbesuchs statteten die Mitglieder des Ev. Dekanats Schweinfurt dem hochmodernen Ausbildungszentrum der Schaeffler AG einen Besuch ab. Hier entstand auch das Gruppenfoto mit Rennwagen. Es folgte ein abwechslungsreicher Rundgang von den vollautomatischen Bereichen der Kugellagerfertigung bis hin zur traditionellen Produktion in den Schmieden und der Härterei.

„Täglich gehe ich am Betrieb vorbei, wusste aber bis jetzt nicht wie und wer dort diese hochwertigen und essentiellen Produkte herstellt. Es war für mich eine eindrückliche Erfahrung, mit großer Hochachtung sehe ich die Leistungen der Schaeffler-Mitarbeitenden.“

So das Fazit eines teilnehmenden Schweinfurter Pfarrers.

Dem Betriebsbesuch vorgeschaltet war eine Gesprächsrunde mit verschiedenen Mitgliedern des Betriebsrats der Schaeffler AG.

„Hier ging es um die aktuelle Situation der Industrie und die Auswirkungen auf die Arbeitsplätze in Schweinfurt“, erläutert Arbeitsseelsorger Hubert.

Weitere Themen waren der Gesprächsrunde waren die Schnittstellen zwischen Betrieben und Kirchen, z.B. die Kinderbetreuung in kirchlichen Kitas.

Dekan Oliver Bruckmann betonte:

„Betriebe und die zivile Stadtgesellschaft sind aufeinander angewiesen. Läuft es in den Betrieben gut, wirkt sich das positiv auf das Leben in der Stadt aus, werden Arbeitsplätze abgebaut wirkt sich das ebenfalls auf die Stadt und ihre Menschen aus.“

Kirche, Wandel der Arbeitswelt, Betrieb

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