Einen unbekannten Weg gehen. Mittwochsandacht

Auf dem Heimweg mit dem Fahrrad treffe ich unverhofft ein befreundetes junges Ehepaar, das ich länger nicht gesehen habe. Wir fragen uns freudig gegenseitig, wie es uns geht. Da erzählt er, dass er wahrscheinlich seine feste Anstellung verlieren wird. Ich bin überrascht. Er ist Ingenieur und seit Jahren in einem großen Betrieb. Ich bin davon ausgegangen, dass er dort fest dazugehört.

Er klärt mich auf: Es gibt betriebsbedingt einen Stellenabbau, Mitarbeitende können mit einer Abfindung freiwillig gehen. Wenn das nicht genug machen, greift der Sozialplan. Dann gehört er dazu: jung, erst einige Jahre dabei, keine Kinder. Er ist zuversichtlich, etwas Neues zu finden, aber im Moment ist alles offen.

Wir verabschieden uns, ich radle heim und das Gespräch geht mir nach. Eine scheinbar sichere Lebenssituation ist plötzlich nicht mehr da. Was vertraut ist, gerät ins Wanken. Wenn er die Stelle wechseln muss, dann wird er vertraute Kollegen und Kolleginnen verlieren. Wann wird er eine neue Stelle finden und wie gut wird sie bezahlt sein? Werden sie für eine neue Stelle wegziehen müssen?

Glücklich die Menschen, die nie in solche Situationen geraten, in denen plötzlich alles unsicher wird. Doch die meisten von uns erleben es irgendwann, sei es durch Arbeitsverlust, Verlust der Gesundheit oder von Beziehungen. Plötzlich muss man ungewollt einen unbekannten Weg gehen. Das kann Angst machen.

Dann gibt es jemanden, der sagt:

Ich bin der Weg

(Joh. 14,6) und wenn wir ihn kennen, haben wir den Trost zu sagen:

Auch im finsteren Tal fürchte ich kein Unglück, denn du bist bei mir

(Ps 23,4). Meistens geht das erstmal über das Kopfwissen. Unsichere Situationen können einfach Angst machen. Doch wir dürfen mitten in Umbrüchen zuversichtlich sein, dass da jemand ist, der größer ist als unsere aktuelle Situation und dem wir vertrauen können, weil er sein schützendes Mitgehen zugesagt hat.

Katy Hantel

Foto: canva.com

Veränderung, Gottvertrauen, Zukunft, Ängste

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