Vom Zeithaben
Haben Sie auch öfter mal keine Zeit? Die Aussage „Ich habe keine Zeit“ suggeriert, dass man Zeit besitzen könne. Doch niemand kann Zeit besitzen. Zeit wird uns von Gott geschenkt. Sie gehört ihm. Das macht Psalm 31,16 (Lutherbibel 2017) deutlich:
Meine Zeit steht in deinen Händen.
Zeit ist nicht greifbar. Sie ist weder ansparbar noch übertragbar. Nichts entzieht sich uns so sehr wie die Zeit. Auch wenn wir uns nur allzu leicht etwas anderes einbilden.
Vom Zeitnehmen
Wir können aber Zeit verwenden. Besser wäre es zu sagen: „Dafür verwende ich keine Zeit.“ Wir können das Geschenk Gottes für Sinnvolles, weniger Sinnvolles oder Schlechtes verwenden. Es sind also die vielen bewussten und unterbewussten Entscheidungen, wie wir unsere geschenkte Zeit verwenden, die wirklich zählen. Sie machen letztlich den entscheidenden Unterschied aus. Sie bestimmen maßgeblich, wie sich unser Umfeld gestaltet.
Wir Menschen haben jedoch nicht die Freiheit, unsere Zeit nach Belieben zu verwenden. Wir unterliegen fremden Zwecken. Das können Naturgesetze sein. Es können aber auch Zwänge sein, die wir Menschen uns gemeinsam auferlegen. Diese Zwänge erscheinen manchmal so unabänderlich wie Naturgesetze. Da sie jedoch menschengemacht sind, sind sie veränderbar.
Von Zeitdieben
Ein solcher Zwang entsteht, wenn wir Zeit für die Erwerbsarbeit aufwenden müssen. Was aber, wenn jemand nicht angemessen und fair entlohnt wird? Dann muss diese Person mehr Zeit für die Erwerbsarbeit aufwenden als bei fairer Bezahlung. Ihnen wird Zeit zur freien Verwendung entzogen.
Diejenigen, die von der zu geringen Entlohnung profitieren, sind Zeitdiebe. Sie haben dadurch zwar nicht direkt mehr Zeit. Aber sie haben mehr Geld zur Verfügung. Entweder erzielen sie selbst ein höheres Einkommen, als ihnen leistungsgerecht zusteht. Kein Mensch kann das 20-fache eines anderen leisten. Oder sie profitieren von geringeren Preisen für Waren und Dienstleistungen. In gewisser Weise sind wir also alle Zeitdiebe, da wir von schlechten Arbeitsbedingungen profitieren.
Vom Zeitschenken
Diese Erkenntnis ist niederschmetternd. Vielleicht hilft die Frage: „Wie viel Zeit geben wir wirklich für Gott?” Damit meine ich nicht nur das Innehalten und das Gebet. Ich meine auch den Dienst an Gott im Alltäglichen. Die bewusste Entscheidung, wie wir unsere Zeit verwenden. Der Kauf von fair und nachhaltig produzierten Gütern könnte eine solche Entscheidung sein. Das kann jedoch auch schnell zu Überforderung führen. Daher ist es auch wichtig, Zeit dafür zu verwenden, die Rahmenbedingungen zu verändern. Das kann im Großen passieren, ist aber langwierig und erfordert viel Geduld. Es ist dennoch notwendig. Es fällt leichter, das eigene Umfeld zu verändern. Schon kleine Taten können die Stimmung verbessern und das Umfeld positiv beeinflussen.
Wie viel Zeit möchten Sie heute Gott zurückschenken?
Thomas Krämer, wissenschaftlicher Mitarbeiter, kda Bayern
Text: in Zusammenarbeit mit GPT-OSS 120B von OpenAI erstellt.
Titelbild: Licht und Zeit fließen zusammen, Bild mit DALL·E 3 von OpenAI generiert.




