Ich bin da, wenn du mich brauchst. Mittwochsandacht

So das Motto zum diesjährigen Buß- und Bettag in Bayern. Wie ist es, wenn Gott mitten in der Arbeitswelt sagt: „Ich bin da, wenn du mich brauchst.“? Was bedeutet diese Aussage für Sie persönlich? Was bedeutet dies in folgenden Situationen:
Im Umgang mit meinen Kolleg*innen?
Im Verhältnis zu den Vorgesetzten?
In Unsicherheit? In Ungerechtigkeit?
In Über- oder Unterforderung?
In Stress- oder Konfliktsituationen?
In Zeiten des Verlustes des Arbeitsplatzes, ja der beruflichen Existenz?

Ich bin da, wenn du mich brauchst. Das sagt Gott zu mir und zu uns. Wem sage ich es selber? Meiner Kollegin, wenn sie gerade zu viel hat? Und wie sage ich es, dass es ankommt? Denn es kann ein wunderbarer Satz sein, aber auch eine leere Floskel. Wenn ich es ernst meine und wirklich Hilfe geben kann und möchte, muss ich mir gut überlegen, wie ich das sage. Manchmal wirkt ein erstes Zeichen, ein kurzer Anruf, eine gemeinsame Tasse Kaffee mehr als nur ein Satz wie: „Melde dich halt, wenn du was brauchst“. Gerade in einer Krise hilft es, wenn gleich etwas mehr kommt. „Ich könnte Deine Schicht, Deine Aufgabe übernehmen. Gibt es etwas, wo ich dich unterstützen kann?“ Nichts passt immer und für alle – und immer wieder ist es ein wichtiger Satz: Ich bin da, wenn du mich brauchst!

Gott sagt: Ich bin da, wenn du mich brauchst. Diese Ansage auf dem Klingelschild ist ein gutes Angebot, das uns einlädt, mal wieder an diese Haustür zu gehen und uns zu melden.
Solche schönen Zusagen muss ich immer wieder einmal hören, um sie dann auch annehmen zu können – und mir dabei auch klarmachen: Ein Lösungsautomat ist unser Gott nicht. Ich werde ihm mein Problem, meine Sorgen, meine Ängste erzählen können und er wird zuhören. Kein Zweifel. Alles gelöst aber ist damit nicht, und es wird auch nicht in kurzer Zeit verschwinden, was schwer ist.

Wo ich das für mich aber erlebe – ich bete, ich rede, ich bitte um Hilfe, und ich werde gehört und es geht weiter, Schritt für Schritt – da kann ich leichter für andere da sein.

In der biblischen Geschichte Lukas 11, 5 – 10 erzählt Jesus von dem Freund, der für den anderen auch in der Nacht aufsteht und ihm gibt, was er braucht, obwohl er genervt ist, obwohl es gerade nicht passt und mit all den Gedanken, die er sonst noch im Kopf hat. Für mich ist das mitunter der Anfang. Ich mache das, was von mir erwartet wird, erstmal ohne Begeisterung und eher aus Pflichtgefühl, und merke dann im Tun, dass es gut so ist. Am Ende bin ich selber froh, wenn ich helfen konnte, und zugleich bin ich erleichtert, weil ich mich dann eher traue, jemand anderen um Hilfe zu bitten, wo ich sie brauche.

Team kda Bayern / Betriebsseelsorge Würzburg: Pfarrerin Tanja Vincent (kda Dekanatsbeauftragte Würzburg), Birgit Hohm (Betriebsseelsorge Würzburg), Klaus Hubert (Arbeitsseelsorger kda Bayern)

Foto: ekkw.media

Solidarität, Geistliches, beten, Buß- und Bettag

Meldungsarchiv

Vorheriger Beitrag
Älter im Beruf: Angebot für die berufliche Praxis
Nächster Beitrag
Shape the future – das war der Sozialpolitische Buß- und Bettag in München!

Ähnliche Beiträge