Noch schnell etwas einkaufen. An der Kasse hatte sich bereits eine beachtliche Menschenschlange gebildet. Ich brauchte eigentlich nur eine Flasche Wasser, dann wurden es aber doch fünf Dinge, die ich mit meinen Händen jonglierte. Nun aber schnell bezahlen. Die Schlange war inzwischen noch länger geworden. Ganz vorne wurde es plötzlich laut. Ein Kunde fuhr den jungen Mann an der Kasse massiv an: „Weshalb geht es denn nicht schneller hier. Ich habe keine Zeit, so lange zu warten und werde mich beschweren.“
Während der Kassierer weiter die Artikel über den Scanner zog, versuchte er sich zu rechtfertigen.
Nachdem der Wüterich bezahlt hatte verließ er schimpfend das Geschäft.
Dann veränderte sich die Stimmung. Die Menschen in der Warteschlange solidarisierten sich mit dem Mann an der Kasse und sprachen ihm ihr Verständnis aus: „Sie haben keine Schuld an den langen Wartezeiten und Sie können auch nichts dafür, dass Sie den ganzen Supermarkt alleine am Laufen halten müssen.“
Dem jungen Mann an der Kasse tat der Beistand sichtlich gut.
Ich denke mir, Nächstenliebe kommt dort zum Ausdruck wo wir den anderen in seiner Situation wahrnehmen, empathisch sind und aufeinander zugehen. Im Alltag – in der Warteschlange.
Roland Hacker, Referent Fachstelle Kirche und Handwerk im kda Bayern
Diese Mittwochsandacht steht auch als Podcast zur Verfügung:
Foto: Warteschlange, Robert Kneschke, Canva.com


