Kirche ist da, wo Menschen keine andere Unterstützung haben

KULMBACH. Neue Perspektiven für langzeitarbeitslose Menschen und Jugendliche zu ermöglichen, das ist die Aufgabe der Spendenaktion „1+1. Mit Arbeitslosen teilen“ der Ev.-Luth. Landeskirche in Bayern (ELKB). In der Jugendwerkstatt Kulmbach wurde die diesjährige Kampagne am Dienstag, den 16. Juni 2026, feierlich eröffnet. Eingeladen hatten der „Kirchliche Dienst in der Arbeitswelt“ (kda Bayern) sowie der Diakonieverbund Kulmbach und die Geschwister-Gummi-Stiftung. Der bayernweite Kollekten-Sonntag zugunsten der „Aktion 1+1“ findet am 05. Juli 2026 statt.

„In Zeiten, in denen die öffentlichen Gelder immer knapper werden, die Arbeitslosigkeit steigt und die Schere zwischen Arm und Reich noch weiter auseinander geht, ist es wichtiger denn je, dass man Solidarität miteinander übt“, stellte Samuel Kreysler, Geschäftsführer der „Aktion 1+1“ im kda Bayern, gleich zu Beginn der Veranstaltung fest.

In diesem Jahr nimmt die Kampagne deshalb gezielt die Unterstützer*innen der „Aktion 1+1“ in den Blick. Ihr Einsatz z.B. für arbeitslose Jugendliche aus schwierigen Verhältnissen ist in Zeiten massiver Sozialkürzungen wichtiger denn je. So konnte Peter Engelhardt, berichten, dass die „Aktion 1+1“ ihnen helfe, auch den sogenannten „Spezialfällen“ eine Chance zu geben. Als Beispiel nannte der Leiter der Jugendwerkstatt Kulmbach Menschen, die durch andere Förderraster z.B. der Arbeitsagentur fallen. Sie bekommen in der Jugendwerkstatt Kulmbach eine Chance auf Ausbildung und Beschäftigung in Malerbetrieb, Schreinerei oder Wäscherei und werden dabei pädagogisch begleitet.

In der Gesprächsrunde aus Diakonie, Kirche und Politik kamen neben Engelhardt auch Martina Beck, Dekanin im Dekanat Thurnau, Christina Flauder, Stellvertretende Landrätin aus Kulmbach, Friedrich Hohenberger, Dekan im Dekanatsbezirk Kulmbach, und Luca-Fynn Schieblich, Stellv. Vorsitzender der ELKB-Synode zu Wort. Das frühere Synodenmitglied Christina Flauder begleitet die „Aktion 1+1“ seit über 30 Jahren. Sie konnte schildern, wie die Lebensgeschichten von durch die Aktion unterstützen Menschen sie von deren Sinnhaftigkeit überzeugt haben. „Die Aktion 1+1 zeigt“, so Luca-Finn Schieblich, Nachfolger von Flauder in der Synode, „Kirche ist da, wo Menschen keine andere Unterstützung haben“.

Hintergrund: Die „Aktion 1+1“ wurde im Jahr 1994 ins Leben gerufen und ist Teil des „Kirchlichen Dienstes in der Arbeitswelt“. Eine Besonderheit der „Aktion 1+1“ ist, dass jeder gespendete Euro aus den Haushaltsmitteln der ELKB verdoppelt wird. Im vergangenen Kampagnenjahr 2025 konnte „1+1“ 65 Jugendliche und ca. 150 Personen in sozialversicherungspflichtigen Arbeitsverhältnissen sowie ca. 250 Teilnehmer*innen in Arbeitsgelegenheiten fördern. Partner*innen der „Aktion 1+1“ sind diakonische Betriebe und Werkstätten, Kirchengemeinden und Vereine. Seit 1994 wurden insgesamt 36.017.483 Mio. Euro gespendet und ca. 11.200 Menschen in Arbeit gebracht.

Weitere Informationen zur Aktion 1+1 finden Sie hier

Foto: kda Bayern

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