Lysy: „Befristungsketten erschweren es jungen Menschen, ihren Platz im Leben zu finden!“

NÜRNBERG. Die Bundesregierung schnürt derzeit ihr großes Paket der Sozial- und Arbeitsmarktreformen. Darin enthalten ist eine Neuregelung für Befristungen. Künftig können befristete Arbeitsverträge ohne Sachgrund sechsmal verlängert werden. Dies mindere die Zukunftsaussichten der jungen Generation, meint Pfarrer Peter Lysy, Leiter des Kirchlichen Dienstes in der Arbeitswelt der Evang.-Luth. Kirche in Bayern (kda Bayern).

Nach Daten des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) war im Jahr 2025 jede vierte Neueinstellung befristet (26 %). Bei jungen Beschäftigten unter 25 Jahren betraf es sogar mehr als jede dritte Neueinstellung (37 %).

Befristungsketten werden doppelt so lang

„Befristungen ohne Sachgrund werden in manchen Betrieben, die wir als kirchliche Arbeitsseelsorge kennen lernen, wie eine verlängerte Probezeit genutzt“, sagte Lysy.

Solche Befristungen seien bisher gesetzlich auf drei Verlängerungen und maximal zwei Jahre begrenzt. Das gebe den Betrieben schon heute jede Menge Flexibilität. Nun aber könnten die Befristungsketten ohne besonderen Grund doppelt so lang werden. Möglich seien dann insgesamt vier Jahre Befristung, zum Beispiel sechs mal acht Monate. Die Frustration gerade von Berufseinsteigern sei dabei vorprogrammiert.

Eine menschendienliche Arbeitswelt braucht Verlässlichkeit

„Wie sollen junge Menschen bei immer neuen Befristungen ihren Platz im Leben finden? Mit befristeten Arbeitsverträgen fällt es schwer, eine Familie zu gründen, einen Kredit aufzunehmen oder auch nur im angespannten Wohnungsmarkt einen Mietvertrag zu bekommen.“

Für eine menschendienliche und familienfreundliche Arbeitswelt brauche es ein Mindestmaß an Verlässlichkeit auch seitens der Unternehmen, erklärte der evangelische Pfarrer.

 „Gemeinsam für einen starken und zukunftsfähigen Sozialstaat“

Der kda Bayern unterstützt das Aktionsbündnis „Gemeinsam für einen starken und zukunftsfähigen Sozialstaat“, das die aktuellen Reformpläne der Bundesregierung konstruktiv-kritisch begleitet. Dem Bündnis gehören 25 bayerische Organisationen an, darunter Sozialverbände, Gewerkschaften und kirchliche Organisationen.

Eine Presseerklärung des Aktionsbündnisses vom 13.7.2026 lesen Sie unter: Pressemeldung unter DGB Bayern

Foto (oben): Das Aktionsbündnis vor der Bavaria in München am 13. Juli 2026, Bildrechte: kda Bayern

Foto (unten): kda-Leiter Peter Lysy vor der Bavaria in München am 13. Juli 2026, Bildrechte: kda Bayern

Ein Mann in einer blauen Weste steht auf einer Steintreppe und hält einen grünen Regenschirm in der Hand. Hinter ihm steht eine große Statue einer Frau mit einem Löwen, vor dem Hintergrund eines strahlend blauen Himmels und flankiert von Bäumen.

Politik, Arbeitnehmende, Zuversicht

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