„Spannungsfeld Arbeitszeit“: Mitmach-Aktion am 1. Mai in Nürnberg

NÜRNBERG. Bei strahlendem Sonnenschein lud der kda Bayern a 1. Mai 2026 auf dem Kornmarkt in Nürnberg zu Austausch und Mitmach-Aktionen ein. Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) hatte hier in diesem Jahr zu seiner bundesweit zentralen Kundgebung geladen. Anwesend war u.a.  DGB-Bundesvorsitzende Yasmin Fahimi. Der Nürnberger Oberbürgermeister Marcus König und Dekanin Britta Müller hielten Grußworte. In guter Tradition waren evangelische und katholische Kirche mit einem gemeinsamen Stand vertreten. Unter dem Motto „Spannungsfeld Arbeitszeit: Was meinen Sie?“ fragte der kda Bayern die zahlreichen Besucherinnen und Besucher nach ihrer Meinung zu verschiedenen Aspekten der Arbeitszeit in Deutschland. 

„Bei unserer Umfrage gab es klare Tendenzen“, erläutert kda-Mitarbeiterin Hanna Kaltenhäuser, „auf die Frage ‚Brauchen wir mehr Zeit für Sorgearbeit und Erholung?‘ stimmten so beispielsweise 75 Teilnehmende mit ‚ja‘ und nur sechs mit ’nein‘.“

Auch Ehrenamt ist Arbeitszeit – da waren sich fast alle Befragten einig. Am Stand erzählten sie zum Beispiel von ihrem Engagement bei der Nachbarschaftshilfe und beim Besuchsdienst im Altenheim. „Ich arbeite weiter in der Rente, weil im sozialen Bereich die Leute fehlen“, berichtete eine Frau. Ein Mann erzählte, dass er nach 51 Jahren in Vollzeit „heute trotzdem jeden Cent umdrehen muss“. Gefragt, ob uns Feiertage und arbeitsfreier Sonntag unseren Wohlstand kosten, brachte es ein Besucher auf den Punkt:

„Feiertage sind mein Wohlstand“.

Der Bayerische DGB-Vorsitzende Bernhard Stiedl besuchte ebenfalls den Stand der Kirchen und vertrat die Meinung:

„Arbeitszeit ist Lebenszeit. Wir brauchen mehr Zeit für Familie, Freunde und Erholung.“

Die Nürnberger Dekanin Britta Müller, die auch Grußrednerin am Podium war, sagte in Bezug auf die Aussagen verschiedener Politiker zum Thema Arbeitszeit:

„Menschen brauchen auch und gerade von der Politik Wertschätzung für ihre Leistung! Vorwürfe polarisieren und führen zu Politik-Verdrossenheit – im schlechtesten Fall zur Wahl von Parteien mit einfachen Antworten.“

Auf die Frage „Was ist Pause für mich?“ wurden von den Besucherinnen und Besuchern viele wichtige Aspekte genannt. Wichtig war den Menschen unter anderem:

„Dass ich 10 Minuten Ruhe habe, die Gedanken fließen lassen, Luft holen, essen, Kopf frei kriegen, etwas für mich machen, spazieren gehen, Ausruhen, runterkommen, Stress reduzieren, wenn ich Zeit für meine Familie habe und nicht an die Arbeit denke, …“

Insbesondere der Sonntagsschutz war in Gesprächen am Info-Stand immer wieder Thema. Dazu ein Besucher:

„Pausen müssen planbar sein und Sonntag ist da ein guter Plan.“

Fotos: kda Bayern

Bilder-Galerie: So war der 1. Mai in Nürnberg

Solidarität, Kirche, Arbeitszeit, Spannungsfeld Arbeitszeit

Meldungsarchiv

Vorheriger Beitrag
Kleiner geworden, aber trotzdem wirksam: Das Engagement der „Aktionsgemeinschaft für Arbeitnehmerfragen“
Nächster Beitrag
„Robomobbing“ – Neid auf die Leistung von „Kollege Roboter“? Mittwochsandacht

Ähnliche Beiträge