Wirtschaftliche Entwicklung in der Oberpfalz: Zu Besuch bei der Müller Präzision GmbH in Cham

CHAM. Vom „Armenhaus“ zum Innovations-Standort: Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des kda Bayern haben sich im Juli im Landkreis Cham über die wirtschaftliche Entwicklung und die aktuelle Situation des regionalen Mittelstands informiert.

Die Gegend am Rande des Bayerischen Waldes hat in den vergangenen Jahrzehnten einen massiven Strukturwandel erlebt. In den 1970er Jahren lag Cham in einer strukturschwachen Grenzregion mit Rekord-Arbeitslosenquoten von bis über 40 %. Nach dem Fall des „Eisernen Vorhangs“ entpuppte sich die Nähe zu den (ost-) europäischen Nachbarländern als ein Vorteil, der in Cham geschickt genutzt wurde. Mittlerweile ist die Stadt mit rund 17.000 Einwohner*innen ein innovationsstarker Wirtschaftsstandort mit vielen mittelständischen „Hidden Champions“. Die Arbeitslosigkeit lag im Sommer 2026 bei rund 3 %. Viele Beschäftigte pendeln mittlerweile in die Region, u.a. aus dem benachbarten Tschechien.

Zentraler Programmpunkt in Cham war ein Betriebsbesuch bei der Müller Präzision GmbH. Das Unternehmen ist seit 1974 am Standort Cham ansässig. Es beschäftigt heute rund 500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in zwei Produktionswerken. Rund 40 Prozent der Kunden kommen aus der Automobilindustrie.

Geschäftsführer Karl Macharowsky leitet das Familienunternehmen und stellte dem Team des kda Bayern die vielfältigen Arbeitsbereiche und -abläufe in der zerspanenden Metallbearbeitung vor. Es folgte ein angeregter Austausch u.a. zu den Themen Ausbildung, betriebliche Mitbestimmung, KI, Transformationsdruck und den möglichen Auswirkungen der aktuellen Reformen der Bundesregierung. Im Anschluss gab es eine Betriebsführung durch den Hauptsitz und die Werkshallen.

Dreizehn Menschen stehen lächelnd in einer Reihe vor einer blauen Wand, auf der das Logo des Campus Cham der Technischen Hochschule Deggendorf zu sehen ist. Einige sind leger gekleidet; im Hintergrund sind Grünflächen und der Himmel zu sehen.

Ergänzt wurde der Austausch durch ein Gespräch mit dem Ersten Bürgermeister der Stadt Cham, Martin Stoiber.

Am Campus Cham erläuterte er, dass angesichts des anhaltenden Fachkräftemangels sowohl Pendler aus Tschechien als auch internationale Fachkräfte eine wesentliche Rolle für die Stabilisierung der lokalen Unternehmen spielen würden.

Prof. Jürgen Wittmann, einer der Leiter des Lehr- und Forschungscampus Cham der Technischen Hochschule Deggendorf, berichtete von dem international ausgerichteten Campus. So kommen rund 40 % der Studierenden aus Indien.

Christian Dittmar, stellvertretender Leiter im kda Bayern, hat den Besuche in Cham organisiert und u.a. auch den Kontakt zum Campus Cham hergestellt:

Zwei Jahre bin ich beruflich zwischen Nürnberg und Cham gependelt. In der Oberpfalzbahn stiegen in Roding immer viele Menschen aus anderen Kontinenten zu. Hier leben und arbeiten Menschen aus der ganzen Welt in Firmen, die auf High Tech spezialisiert sind. Das wollte ich meinen kda Kolleg*innen unbedingt zeigen.

Dass auch die Kirche vor massiven Veränderungen steht und wie hier die Transformation angegangen wird, erläuterte den kda-Mitarbeitenden Dekanin Ulrike Dittmar. Sie berichtete vom Zusammenschluss des Dekanats Cham, Sulzbach-Rosenberg, Weiden.

Die vielfältigen Besuche und Gespräche im Landkreis Cham fand im Rahmen der diesjährigen Rüstzeit des kda Bayern statt. Einmal im Jahr kommen die Mitarbeitenden an einem anderen Ort in Bayern zusammen. Neben Betriebsbesuchen und einer internen Mitarbeiterbesprechung bietet das Treffen auch Raum für den persönlichen Austausch sowie für spirituelle Impulse.

Fotos: kda Bayern 

Digitalisierung, Bildung, Auszeit, Arbeitslosigkeit, Arbeitnehmende

Meldungsarchiv

Vorheriger Beitrag
Die weiße Postkarte. Mittwochsandacht
Nächster Beitrag
Die kda-Regionalstelle Augsburg feiert Jubiläum am neuen Standort

Ähnliche Beiträge