Wirtschaftsethik

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Foto: kda Bayern

Entscheidungen treffen, Verantwortung übernehmen

In der Arbeitswelt treffen Menschen tagtäglich Entscheidungen: Lieferanten werden ausgetauscht, Betriebsstandorte nach Fernost verlagert, Arbeitszeiten flexibler gestaltet oder Gehälter (tarif-)vertraglich festgelegt. Bei all diesen Entscheidungen werden unterschiedliche ethische Prinzipien angewendet. Jeder Mensch folgt seinen eigenen Überzeugungen und handelt danach. Genauso können die getroffenen Entscheidungen und deren Folgen unterschiedlich bewertet werden. Was der eine gut heißt, kann eine andere kritisieren oder gar verurteilen. Das Streben nach Geld und Gewinn spielt dabei häufig eine zentrale Rolle.
Dies zeigt, wie vielschichtig und komplex die Entscheidungen in der Wirtschaftswelt sind, zumal wenn diese zunehmend globaler wird und unterschiedliche ethische Traditionen aufeinandertreffen.
Wirtschaftsethik blickt auf den gesamten Bereich wirtschaftlichen Handelns in Unternehmen und von Einzelnen. Sie fragt danach, wie und nach welchen Maßstäben Entscheidungen in der Arbeitswelt getroffen werden und will Orientierungshilfe für aktuelle Debatten sein. Als kda Bayern vertreten wir eine evangelische Wirtschaftsethik nach christlich-biblischen Maßstäben.

Sozialethische Aspekte

Evangelische Wirtschaftsethik orientiert sich an der biblischen Überlieferung und bringt diese im Horizont gegenwärtiger Fragestellungen zur Sprache. So nimmt auch der Dialog Kirche – Wirtschaft seinen Ausgang beim biblischen Schöpfungsglauben. Dieser versteht den Menschen als Gottes Geschöpf, berufen zur Gemeinschaft mit allem Lebendigen. Die biblische Überlieferung beurteilt Wertschöpfung und ökonomisches Handeln grundsätzlich positiv. Diese werden als selbstverständlicher Ausdruck der Geschöpflichkeit des Menschen vorausgesetzt. Die menschliche Arbeit als Grundlage von Wirtschaft gehört zum Menschsein des Menschen als Gottes Geschöpf selbstverständlich dazu.
Arbeiten und Wirtschaften sind durch Gottes Gebot aber heilsam begrenzt durch den Sonntag als ökonomiefreien Tag. Mit seinem Wirtschaften und unternehmerischen Handeln entspricht der Mensch dem Schöpfungsauftrag Gottes, wenn diese als verantwortlicher Dienst an den Mitmenschen wahrgenommen werden. Eine Ökonomisierung der getakteten Zeit widerspricht einem aus der Bibel gewonnenem Verständnis von Lebens- einschließlich Arbeitszeit als Gotteszeit.
Wirtschaftliches Handeln darf sich allerdings niemals in der Gewinnmaximierung Leistungsstarker erschöpfen, sondern hat sich auf die gerechte Verteilung erwirtschafteter Güter nach dem Kriterium des Lebensrechts der Armen auszurichten.
Wirtschaft bedeutet Kooperation verschiedener Menschen. Diese werden vom christlichen Glauben in das besondere Verhältnis der Nächstenschaft gesetzt. Wirtschaft verstanden als Kooperation beinhaltet die Herausforderung, unterschiedliche Begabungen als Bereicherung wahrzunehmen und für den gemeinsamen Auftrag nutzbar zu machen. Wirtschaften im biblischen Sinn geschieht in dem Bewusstsein, dass das Gelingen und der Erfolg sich letztlich dem Segen Gottes verdanken. “Wenn der Herr nicht das Haus baut, so arbeiten umsonst, die daran bauen.” (Psalm 127, 1) Gegenüber Tendenzen einer ideologischen Überhöhung ökonomischer Vernunftüberlegungen bringt evangelische Wirtschaftsethik das erste Gebot als Fundamentalkriterium menschlichen Handelns zur Geltung: “Ich bin der Herr, dein Gott. Du sollst keine anderen Götter haben neben mir.”

kda und “Wirtschaftsethik”

Als Einrichtung der Evangelische Kirche führen wir den Dialog Kirche -Wirtschaft deshalb grundsätzlich in einer systemkritischen Haltung, indem wir von der biblischen Überlieferung her Wirtschaftssysteme auf ihre Sach- und Menschengemäßheit kritisch hinterfragen. “Und stellt euch nicht dieser Welt gleich, sondern ändert euch durch Erneuerung eures Sinnes, damit ihr prüfen könnt, was Gottes Wille ist, nämlich das Gute und Wohlgefällige und Vollkommene.” (Röm. 12, 2)
Eine Verherrlichung von Gewinn und Ertrag sowie eine Vergötzung des Geldes ist mit dem christlichen Glauben von vorneherein nicht vereinbar. Deshalb engagieren wir uns als kda Bayern sozialpolitisch in verschiedenen Foren und Bündnissen. Auch in unseren Vorträgen und Seminaren oder Tagungen spielt die Frage nach dem, was sachgemäß und menschengemäß ist, die grundlegende Rolle.

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