Gesundheit

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Foto: kda Bayern

Gesund bis zum Ruhestand

In der alternden Gesellschaft nehmen auch die Belegschaften in Unternehmen durchschnittlich an Alter zu, die großen Alterskohorten der geburtenstarken Jahrgänge werden älter – die Kohorten der nachwachsenden Generation werden immer kleiner. Demographische Entwicklung und gesetzliche Regelungen verlangen, dass Menschen immer länger erwerbstätig sind. Doch für viele Menschen nehmen gleichzeitig die körperlichen und geistigen Belastungen im Beruf zu, sie leiden unter chronischen Krankheiten und Verschleißerscheinungen und können ihrer Erwerbsarbeit nicht bis zum Rentenalter nachgehen.

Längere Erwerbsbiographien erfordern auch ein lebenslanges Lernen und einen schonenden Umgang mit der Ressource Arbeitskraft. Arbeitgeber sind hier ebenso wie Arbeitnehmer in der Verantwortung, die Arbeit von Anfang an so zu gestalten, dass sie Menschen bis ins höhere Alter ausführen können, und für besonders Belastete neue Wege eines früheren Ausscheidens aus der Erwerbsarbeit zu finden. Ebenso müssen Altersbilder revidiert werden, die alternde Menschen einseitig über ihre Defizite definieren und sie dadurch vom Arbeitsmarkt verdrängen oder fern halten.

kda und “Gesundheit”

Der kda Bayern greift dieses Themenfeld bei Tagungen, Seminaren und bei Veröffentlichungen auf und macht sich stark für ein vorurteilsfreies Altersbild, das Ältere nicht diskriminiert, sondern ihre besonderen Stärken und Kenntnisse benennt und anerkennt.

Zum Konzept eines altersgerechten Arbeitsplatzes gehört für den kda auch Gesundheitsfürsorge durch den Arbeitgeber. Hier gilt es, auf Stressprävention, Arbeitsplatzgestaltung, Arbeitszeitmodelle und Führungsverhalten zu achten – alles Einflussfaktoren und Stellschrauben, die einer humanen Arbeitswelt Vorschub leisten können. Vorbildliche Konzepte der Gesundheitsprävention aus Industrie- und Dienstleistung greift der kda Bayern auf und speist sie in den kirchlichen und gesellschaftlichen Diskurs ein. Nicht zuletzt gibt er Anregungen an Kirche und Diakonie als Arbeitgeber weiter, denn auch in Pflege- und Seelsorgeberufen gibt es die Gefahr, körperlich und seelisch auszubrennen.

Stationen der Berufsbiographie begleitet der kda und hier insbesondere den Übergang in die Rente mit dem Seminarangebot „Ruhestand im Blick“, dass es älteren ArbeitnehmerInnen ermöglicht, ihre Situation zu reflektieren und einen guten Ausklang ihres Berufslebens und Einstieg in evtl. ehrenamtliche Tätigkeiten im Alter zu finden.

Sozialethische Aspekte

Die Würde von alten und kranken Menschen zu wahren, ist ein durchgehender Grundzug einer christlichen Ethik, denn: „Graue Haare sind eine Krone der Ehre.“ (Sprüche 16, 31)
In der Bibel ist das Alter grundsätzlich positiv gesehen. Das rührt vermutlich daher, dass es nicht selbstverständlich war, ein höheres Alter zu erreichen, denn die Sterblichkeit im Kinder- und Jugendalter war umweltbedingt hoch. Ein langes Leben wird daher als gnädiges Geschenk und gute Gabe Gottes angesehen. (vgl. 5. Mose 4, 40; 6, 2 u.a.) Für die von den Propheten verkündete Heilszeit unter einem neuen Himmel und einer neuen Erde wird Älterwerden als Segen für alle verkündet (vgl. Jesaja 65, 20), wie auch der Psalmbeter sagt: „Und wenn sie auch alt werden, werden sie dennoch blühen, fruchtbar und frisch sein.“ (Psalm 92, 15)

Zugleich gilt in Israel der Generationenvertrag zwar ohne Frage, jedoch offensichtlich auch als nicht immer geliebte Pflicht. Aus gutem Grund lautet daher das 4. Gebot: „Du sollst Vater und Mutter ehren, auf dass es dir wohl ergehe und du lange lebest in dem Lande, das dir der Herr, dein Gott, geben wird.” (2. Mose 20, 12) Das heißt, es ist ´menschlich`, sich der sozialen Verpflichtung der Generationen immer wieder entziehen zu wollen; und es ist Aufgabe der Religion, die Menschen an die Verantwortung aus dem Generationenverhältnis zu erinnern: „Vor einem grauen Haupt sollst du aufstehen und die Alten ehren …“ (3. Mose 19, 32)

Die Anerkennung der Leistung von alten Menschen für die Gesellschaft stellt eine wachsende Aufgabe, aber auch Chance für die christliche Sozialethik dar. Es geht darum, Möglichkeiten der Entwicklung und des Aufbruchs auch im Alter gerade auch im Gespräch mit den Verantwortlichen der Industrie und Wirtschaft aufzuzeigen. Und es geht um eine menschengerechte und altersentsprechende Gesundheitspolitik, um die Anerkennung gesundheitlicher Schwäche und des Angewiesenseins im Alter auf andere Menschen. Biblisch orientierte Ethik kann hier das Selbstverständnis aller Menschen als Gottes Geschöpfe einüben und deren Angenommen sein von Gott mit allen Schwächen. Darum heißt es aus gutem Grund in der Bibel: „Verwirf mich nicht in meinem Alter, verlass mich nicht, wenn ich schwach werde.“ (Psalm 71, 9)

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