Der Tag zum Lieben und zum Scherzen

Gereimte Predigt für den 3. März 2019

Predigtvorschlag mit Bezug zum Sonntagsevangelium am 8. Sonntag im Jahreskreis, Lesejahr C (Lukas 6,39-45), zur Erinnerung an den Gründungstag des modernen Sonntagsschutzes am 3. März 321 durch Kaiser Konstantin I. und für Faschingssonntag

Liebe Christen, liebe Narren,

Der Faschingssonntag lädt uns alle ein.
Junge, Alte, Groß und Klein.
Die Freude am Leben zu feiern allzumal,
im Gottesdienst und beim Karneval.

Denn Gott der Herr hat Spaß am Leben,
Er ist das volle Leben, eben.
Das Glück der Menschen ist sein Ziel,
Wer glaubt, der hat Humor, und davon viel.

Jesus sagt uns heute, und das steht fest geschrieben:
„Du sollst deinen Nächsten, den Nächstbesten lieben.
Den Splitter im Auge des andern brauchst du nicht kritisiern.
erkenne den Balken vor deinem eigenen Hirn.“

Ein guter Mensch bringt Gutes hervor in diese Welt
und das genau ist es, was wirklich zählt.
Das Herz ist eure Mitte, so gibt euch Christus kund:
„Und wovon das Herz voll ist, davon spricht der Mund.“

Drum freut euch alle zu jederzeit,
und haltet euer Herz bereit.
Das Gute wird das Böse besiegen
trotz aller Not, trotz Streit und Kriegen.

Dem Freundlichen gehört die Welt
die Liebe ist, was wirklich zählt.
Christus ist es, der uns begegnet und uns stärkt,
das hat so mancher schon bemerkt.

Heut genau 1698 Jahre ist es her,
da Kaiser Konstantin am Mittelmeer,
lässt seinem Römischen Reich verkünden:
„Ich will die Rund-um-die-Uhr-Arbeit überwinden.

Der Sonntag sei ab heute euer aller freier Tag.
Weil der Herrgott eure Freiheit mag.“
So bekam die Menschheit im Jahr 321 am dritten März,
den SONNTAG FREI, sogar per Gesetz.

Denn, als Gott der Herr die Welt erschuf,
denn „Schöpfer“ war ja sein Beruf,
da brauchte er sechs Tage lang,
am siebten Tag ruht er sodann.

Gott schaut sein Werk an und genießt,
er freut sich über alles, was da sprießt,
und sagt: „Mein Werk ist vollendet, es ist sehr gut,
deshalb der Schöpfer am siebten Tage ruht.“

Der Sonntag bringt die Botschaft herbei:
„Du, Mensch bist göttlich, du bist frei!
Du sollst in Gemeinschaft dein Leben gestalten
– die Kleinen, die Großen, die Jungen und die Alten.“

So wurde für uns der Sonntag geschaffen
für Mensch und Natur, von den Pflanzen bis zum Affen.
Sonntag – das ist ein Stück Paradies gewissermaßen
für Mann und Frau, vom Elefanten bis zum Hasen.

Am Sonntag kann viel Gemeinschaft sein,
in Familie und Kirche, in Dorf und Verein.
Sonntag hilft aus Einsamkeit und Isolation.
Am Sonntag gibt es keine Inspektion!

Am Sonntag siehst du keine Plastiktüten,
keine Leute, die im Kaufhaus wüten.
Keine Hetze und Eile, kaum ein LKW.
Sonntag frei! Juchhu, juchhe!

Manche aber wollen sonntags viel Geld verdienen,
rundum sollen laufen, Menschen wie Maschinen.
Staub, Lärm und Hetze jeden Tag.
Kein arbeitsfrei, nur Müh`und Plag?

Doch, nichts ist einfach auf der Erden,
ich will nicht falsch verstanden werden.
Denn selbstverständlich sind wir alle froh,
wenn es viele Menschen gibt, die sowieso

und wie selbstverständlich für uns Sonntagsdienste leisten,
die sinnvoll sind und notwendig für die meisten.
Ob im Krankenhaus, als Notdienst oder in der Gastronomie,
als Bauer, Busfahrer oder in der Theologie.

Für Christen ist der Sonntag jedenfalls,
der Tag des HERRN, Gott erhalt`s!
Christus hat das Böse, hat den Tod überwunden,
für alle Zeit, für alle Tage, alle Stunden.

Die Liebe Gottes ist nicht zu töten,
sonst ginge alle Menschlichkeit ja flöten.
Jesus sagt: „Macht nicht so viel Trara,
der Sonntag ist für den Menschen da!“

Der Sonntag macht die Menschen gesund,
an Magen und an Nieren, an Herz und Mund.
Er hilft auch gegen Stress und Herzbeschwerden.
Wer den Sonntag hält, ist länger auf der Erden.

Wer sich die Welt genau anschaut,
der weiß: ohne Sonntag droht der totale Burnout.
Kein freier Mittwoch kann ihn ersetzen,
denn die Werktage, sie eilen und sie hetzen.

Liebe Christen, lasst euch den Sonntag nicht verwehren,
wenn sich Sonntagsarbeiten vermehren.
Dann sagt ganz klar: „STOP! Mit uns geht das nicht.
Der Mensch verliert sonst sein menschliches Gesicht.“

Der Sonntag öffnet Augen, Ohren und die Herzen.
Er ist der Tag zum Lieben und zum Scherzen.
Der Tag zum Lachen und zum Erleben,
der Tag zum Schenken und zum Geben.

Am Ende ruf ich euch froh und entschieden zu:
„Gebt wenigstens am Sonntag Ruh.
Genießt den Tag zu Gottes Ehre,
das ist die allerbeste Sonntagslehre.“

Nun freuet euch am Karneval,
die Arbeit sei euch heut egal.
Und vergesst nicht, was Jesus euch aufgetragen
das will ich euch zum Abschied sagen.

Jetzt wünsche ich euch auf allen Wegen,
Freude, Glück und Gottes reichen Segen.
Doppelt soll heute eure Freude sein
im Gottesdienst und im Faschingsverein.

Liebe Narren, Narrhallesen,
das ist meine Predigt gewesen.
Sie endet nicht in Helau und Alaaf.
Danke fürs Zuhören, ihr wart wirklich brav.

Amen

Autor: Diakon Erwin Helmer, Katholische Betriebsseelsorge, Augsburg.

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