Würde im Alter – Altern in Würde

STEINGADEN. Viele Wünsche, Anregungen, Ängste und Erfahrungen konnten die Teilnehmer*innen des afa-kda-Seminars für Rentner im malerischen Allgäu auf einem dreitägigen Seminar austauschen. In Gruppen und in Einzelarbeit wurde dabei der Frage nachgegangen was Würde für eine selbst bedeutet und wie sich das auf die, noch hoffentlich lange, „Restlebenszeit“ auswirken könnte.

Persönliche Erwartungen

Am Anfang ging es dabei um die ganz persönliche Einschätzung und Definition des Begriffes Würde. Dabei fielen Aussagen wie: „Einfach Einschlafen“, „ein Einzelzimmer“, „Pfleger, die Zeit haben“, „ich möchte niemanden zur Last fallen“, „ich möchte solange es geht in meiner Wohnung bleiben“.

Würde als Menschenrecht – auch in der Pflege

Die Frage nach der Würde im Alter wurde am zweiten Tag Anhand von 20 Grundrechten für Menschen im Alter hinterfragt. Das Pflegewesen mit seinen oft für beide Seiten, Zu Pflegenden und Pflegenden, entwürdigenden Strukturen und Abläufen war dabei für die Teilnehmer*innen ein großes Thema. Die Frage, wie möglichst lange dafür gesorgt werden kann selbstständig und selbstbestimmt den Lebensabend erleben und genießen zu können, wurde im Anschluss nach der „Pflegeproblematik“ sehr intensiv nachgegangen. Welche staatlichen Unterstützungformen gibt es? Wo erhält man Informationen? Wie sieht gelingende Hilfe zu Selbsthilfe aus und welche Formen der Nachbarschaftshilfen gibt es? Dabei brachten die Teilnehmer*innen viele eigene Erlebnisse und Ideen engagiert ein.

Juristische Fragen

Am letzten Tag konnten die Teilnehmer*innen viel praktisches Handwerkszeug erlangen. Unter anderem die Frage, was ein „Berliner Testament“ darstellt, wie eine Vorsorgevollmacht aussieht und ausgefüllt werden kann, ob ein Testament handgeschrieben sein muss. Viele weitere formelle Details und juristische Informationen rundeten das Seminar am dritten Tage ab.

Erfahrungen als Schatz

Teils amüsante, oft  anrührende und immer sehr ehrliche, emotionale Erzählungen der Teilnehmer*innen über das eigene Empfinden im Umgang mit dem Alter, mit zu pflegenden Angehörigen, mit Trauer oder auch dem Verlust des Partners waren dabei ein wichtiger und wertvoller Teil des Seminars. Bot es doch allen die Möglichkeit aus dem reichen Erfahrungsschatz der Gruppe etwas mitnehmen zu können.

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