Durch welche Brille siehst Du?

Kennen Sie das? Man sitzt mit einigen Leuten zusammen, macht Pläne und überlegt, wie man Dinge anpacken und erledigen könnte. Plötzlich gehen die Meinungen völlig auseinander und die Stimmung kippt. Es werden Erwartungen geäußert und Vorwürfe stehen im Raum. „Das machst Du immer falsch“ oder „Das solltest Du so machen, das ist doch klar …“. Was ich hier beschreibe, erleben Menschen regelmäßig auch in Arbeitssituationen.

Warum eskalieren Gespräche manchmal so schnell? Liegt es an unerfüllten Bedürfnissen oder einem Rucksack an Verletzungen, weil ein empfindlicher Punkt getroffen wurde? Oder ist es eine einseitige Sichtweise? Jeder von uns schaut durch seine persönliche Brille, sei es eine optische Brille, eine Lesebrille oder eine Sonnenbrille. Die Erfahrungen in der Kindheit und im Alltag haben uns geprägt, so dass wir uns individuelle Verhaltensweisen angeeignet haben, die für uns stimmig sind. Abweichungen von unseren Erwartungen werden kaum geduldet. Dabei stecken wir Menschen  schnell in eine Schublade, weil sie sich nicht entsprechend verhalten.

Welche Brille benutzen Sie also im Umgang mit Ihren Mitmenschen? Ist es die Lesebrille, um kritisch hinzuschauen, wo sich Fehler finden lassen, die korrigiert werden sollten? Sind Sie bereit, auch mal die Perspektive zu ändern und die Brille unserer Mitmenschen aufzuziehen und damit diejenigen, die wir bereits in die Schublade gesteckt haben, wieder herauszuholen?

Wie hat Jesus das gemacht? Hatte er bestimmte Erwartungen an Menschen, die es zu erfüllen gab? Die Bibel sagt uns, er liebte alle gleichermaßen, aber verurteilte die Sünde.

Was erwartet Gott von uns?

Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele und mit all deinen Gedanken. Das ist das wichtigste und erste Gebot. Ebenso wichtig ist das zweite: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. “ (Matthäus 22:37-39.)

Vielleicht liegt hier ja der „Knackpunkt“.

Lieben wir uns selbst?

Das Thema Achtsamkeit ist in aller Munde. Jesus hat sich immer wieder zurückgezogen von den Menschen, um Zeit mit sich und seinem Vater zu verbringen in der Stille und im Gebet. Dies gab ihm neue Kraft für die Begegnungen mit den Menschen.

Jesus hat uns einen respektvollen wertschätzenden Umgang mit den Menschen vorgelebt.  Also ziehen wir immer mal wieder die Brille unseres Gegenübers an. Denn nur dann kann ein Zusammenhalt untereinander entstehen.

Liebe ist… einen Menschen so zu sehen, wie er ist – nicht so, wie man ihn gerne hätte.

(Verfasser unbekannt)

Carmen Grewing, kda Regionalstelle München

Geistliches, Konflikt

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