Mit Veränderungen leben

Nürnberg. Zwanzig Frauen – ein Thema: Am ersten Mai- Wochenende hieß es „Mit Veränderungen leben (lernen)“ beim Frauen-Begegnungs-Seminar. Anschaulich begreifen konnten die Teilnehmerinnen das Thema „Change Management“ beim Betriebsbesuch auf dem Gemüse-Bauernhof Sippel im Knoblauchsland. Dort stellt sich der Familienbetrieb Herausforderungen wie dem Klimawandel, erhöhten Gaspreisen und Wasserknappheit.

„Ganz schön anstrengend“ findet es Ingrid, weil sie mitten in einer Veränderung steckt. „Aber ich habe einen Plan und ich will mich weiter entwickeln“, freut sich die Seminar-Teilnehmerin. Und Hildegard merkt an:

Veränderungen – ob positiv oder negativ – haben mich immer weitergebracht.

Schon in der Einführungsrunde wird klar: die Teilnehmerinnen haben viele verschiedene Veränderungen bewältigt in ihrem Leben. Trennung, Erkrankungen, Tod des Partners, Verlust von Freund*innen während der Corona-Zeit oder den Übergang in den Ruhestand.

Alle eint aber der Mut zur Weiterentwicklung – egal in welchem Alter. Geholfen hat ihnen dabei vor allem die Unterstützung von Freunden und Familie, Eigeninitiative und die Fähigkeit, Hilfe anzunehmen. „Ich habe schon ganz andere Sachen geschafft“, sagt sich Rita und versucht, das Positive an Veränderungen zu sehen.

Vom Engagement der Familie Sippel und dem Zusammenhalt in der Familie mit vier Generationen sind die Frauen begeistert. Auf 50 Hektar inklusive Freiland baut die Familie Gemüse an: Zum Beispiel Karotten, Rhabarber, Zwiebeln und rote Beete. Seit 2017 reifen Gurken und Tomaten in großen Gewächshäusern auf 10 und 15 tausend Quadratmetern. Dazu waren hohe Investitionen nötig und auch jetzt steht die Anschaffung einer Photovoltaikanlage für mehrere hunderttausend Euro an.

Gemüsebäuerin Heidi Sippel sagt klar:

Wenn die Jungen nicht gesagt hätten, sie führen den Hof weiter, hätten wir diese Veränderungen nicht bewältigen können.

„Ich bin beeindruckt von dem Mut zur Veränderung und wie hier die Generationen gemeinsam den Betrieb mit moderner Technik weiterentwickeln“, sagt eine Besucherin. Bewässert wird im Kreislauf, um Wasser zu sparen. Hummeln bestäuben die Pflanzen und Nützlinge in kleinen Säckchen fressen die Schädlinge an den Pflanzen. So muss weniger gespritzt werden.

Einen großen Teil der Arbeit besorgen die 70 Saisonarbeitskräfte, die vorwiegend aus Rumänien kommen und von Januar bis November auf dem Gemüsehof wohnen. Auch um deren Anliegen wie Krankenversicherung, Wohnung oder Schichtplan mit angepassten Arbeitszeiten kümmern sich die Sippels mit. Das gefällt den Seminar Frauen: „Hier werden Menschen und Natur wertgeschätzt“. Und zum Schluss gibt es eine Gurken-und Tomatenverkostung. „Schmeckt Note eins!“, sagt Ingrid.

Bilder: kda Bayern

Betrieb, Frauen, Bildung, Arbeitsbedingungen

Meldungsarchiv

Vorheriger Beitrag
Durch welche Brille siehst Du?
Nächster Beitrag
Kommentar: „Zeit ist Geld“

Ähnliche Beiträge