Fachforum Transformation in der Automobilbranche

INGOLSTADT. Das Netzwerk Christen bei Audi (CBA), Teil der Christen in der Automobilindustrie (CAI), lud zum Gespräch ein über anstehende Herausforderungen und Konzepte in Bezug auf den Klimawandel. Bei der Online-Veranstaltung kamen neben Vertreter*innen von Automobilbranche und Gewerkschaft auch Dr. Johannes Rehm, Leiter des kda Bayern, zu Wort. Sie betrachteten den anstehenden, automobilen Veränderungsprozess aus ihren jeweils unterschiedlichen Fachrichtungen. Es wurde sowohl aus Sicht des zurzeit technisch Machbaren, vor allem aber auch im Hinblick auf die Menschen und deren Arbeitsplätze, die diesen Prozess gestalten oder ihm ausgesetzt sind, diskutiert.

Klimawandel verpflichtet zum Handeln

Dr. Hermann Pengg berichtete anhand wissenschaftlicher Forschungen sehr anschaulich über den Klimawandel und der Notwendigkeit des Menschen, darauf möglichst zeitnah und adäquat zu reagieren. Leider wurde seit langem nicht auf mahnende Worte der Wissenschaft gehört. „Seit 1990 wird laut gesagt von der Wissenschaft, dass hier ein Problem ist. Und schön langsam beginnen wir zu verstehen, da ist wirklich ein Problem,“ so der Physiker der kiwi AG. Nun tut Eile not, insbesondere, da man seiner Ansicht nach die zukünftigen Generationen in die heutigen Überlegungen einbeziehen sollte. Menschen aller Weltanschauen sollten sich laut Pengg zum Handeln verpflichtet fühlen, Christen „erst recht!“

Wandel im Gemeinschaftsgeist gestalten

Dies unterstrich Rehm: „Es reicht nicht, wenn ich nur auf mich schaue.“ Neben einer Ethik der Verantwortung hob er den biblisch begründeten Gemeinschaftsgeist hervor. Alle sind wir Geschöpfe Gottes und müssen den Wandel gemeinsam gestalten. Dennoch lenkte der den Fokus in der Diskussion gezielt auf die Fragen, wie es den Arbeitnehmenden in all den Veränderungen gehe. Schließlich sei Arbeit mehr als reiner Broterwerb, man gibt seine ganze Person mit hinein. So schön es sei, wenn es bei den großen Automobilkonzernen gesicherte Arbeitsplätze gibt, „es hängen auch die Zulieferer dran.“ Auch diese müssen in de Blick kommen und nicht jede*r kann in einem anderen Beruf neu Fuß fassen.

Kultur entscheidend für Gelingen der Transformation

„Wir sind im Wandel vom Automobilhersteller zum Mobilitätsdienstleister von morgen,“ fasst Peter Mosch, Gesamtbetriebsratsvorsitzender Audi AG, die komplexe Situation zusammen. Es braucht dabei Kooperation und Akzeptanz, sowie Werte im Umgang miteinander, damit Arbeitsplätze mit ordentlichen Gehältern auf Dauer gesichert sind. Weiterqualifizierung ist ein wichtiger Baustein hierfür.

Letztlich „geht’s um Kultur“, damit die Transformation gelingt, ist sich Dr. Ute Heinrich, Leiterin des Gesundheitszentrums bei Audi sicher. Wichtig ist eine Kultur des interdisziplinären Zusammenarbeitens. Mut, Kreativität und Zusammenarbeit an Arbeitsstellen setzt, um erfolgreich zu sein, auch Wohlfühlen bei der Arbeit voraus.

Insgesamt, so waren sich die Podiumsteilnemenden einig, müssen die Menschen bei diesem Prozess mitgenommen und beteiligt werden, damit Angst vor einer ungewissen Zukunft nicht ihre Handlungen bestimmt. Eine ordentliche Portion Gottvertrauen sei hierbei überaus hilfreich, dessen war sich auch Moderator Christian Orlamünder sicher.

Die ganze Veranstaltung ist auf Youtube zum Nachschauen abrufbar.

(Foto: kda Bayern)

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