Mageres Tarifangebot im Baugewerbe – Sozialsekretär fordert Überwindung der Tarifspaltung in Ost und West

COBURG. Trotz voller Auftragsbücher und ungebrochenem Boom in der Baubranche haben die Arbeitgeber nur eine Lohnerhöhung von 3 Prozent für 24 Monate angeboten, also 1,5 Prozent pro Jahr. Anlass für eine frankenweite Kundgebung der IG Bau in Coburg, auf der auch kda-Sozialsekretär Frank Meixner in seinem Grußwort das niedrige Tarifangebot und die dauerhafte Tarifspaltung in Ost und West kritisierte.

Lange Pendelzeiten zur Baustelle

Trotz der Pandemie wird auf den Baustellen mit Hochtouren gearbeitet, bei der Instandhaltung von Straßen und Gleisbau sind Baufirmen voll ausgelastet. Die Bruttowertschöpfung im Bausektor ist innerhalb eines Jahres um 9 Prozent gestiegen, so Hans Beer, Regionalleiter der IG Bau Franken. Im Coburger Baugewerbe mit seinen rund 1.100 Beschäftigten gibt es viele Einpendler aus Thüringen, die zum Teil täglich bis zu 90 Minuten zur Baustelle pendeln. „Weder gleicht das Angebot von 1,5 Prozent die Teuerungsrate aus, noch gibt es eine angemessene Entschädigung für die langen Wegezeiten zu den Baustellen“, so Frank Meixner.

Spaltung in Ost/West –Tarife ein Skandal

Von der GLOBE Baustelle im Güterbahnhof setzte sich der Zug der etwa 130 Beschäftigten in Bewegung und „rollte“ zusammen mit einem Bagger durch die Innenstadt, um am Schlossplatz in die Abschluss-Kundgebung zu münden. Dort forderte der Coburger Oberbürgermeister Dominik Sauerteig die Angleichung Tarif von Ost und West. Dass es hier 30 Jahre nach der Wende immer noch unterschiedliche Tarif gibt, hält er für einen Skandal. „Wir brauchen starke Tarifverträge und gerechte Lösungen für Fahrzeiten auf die Baustelle“, so Frank Meixner in seinem Grußwort, in dem er auch die Rolle von Leiharbeit und Subunternehmern kritisch beleuchtet. „Hier werden Tarife unterlaufen – da bräuchte es ein strenges Vergabegesetz. Damit nur, wer Tariflohn bezahlt, auch öffentliche Aufträge bekommt“, fordert der Sozialsekretär.

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