„MeToo“ am Arbeitsplatz

SCHWANDORF. Zum internationalen Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen am 25. November 2021 erinnert ein breites Bündnis in Schwandorf an die weiblichen Opfer von sexueller Gewalt – in der Familie oder am Arbeitsplatz. Sozialsekretärin Ute Meier ist Kooperationspartnerin im Bündnis und tritt bei der Veranstaltung im Landratsamt für den kda gegen vielfältige Form von Gewalt gegen Frauen ein.

Machtmissbrauch am Arbeitsplatz keine Seltenheit

Nicht erst seit der MeToo – Debatte oder dem Fall Julian Reichelt bei der Bild-Zeitung sind sexualisierte Gewalt und Machtmissbrauch am Arbeitsplatz ein Thema. Eine von der Antidiskriminierungsstelle des Bundes in Auftrag gegebene Studie belegt, dass etwa jede elfte erwerbstätige Person in den letzten drei Jahren von sexueller Belästigung am Arbeitsplatz betroffen war. Bei den Frauen waren es 13 Prozent, die angaben, zwischen Juni 2018 und Mai 2019 in ihrem beruflichen Umfeld sexuell belästigt worden zu sein. Männern waren zu fünf Prozent davon betroffen. Deshalb wird auch das Thema „sexuelle Übergriffe“ am Arbeitsplatz bei der Veranstaltung von Vertreter*innen des DGB zur Sprache gebracht.

Nicht nur in Hollywood, sondern auch vor Ort

Sexuelle Belästigung ist also kein Nischen-Thema, sondern ein handfestes Problem in der Arbeitswelt.
„Auch bei uns in der Region kommt es immer wieder zu Übergriffen und sexueller Gewalt an Frauen“, so Meier. „Davon liest man nichts in der Zeitung, aber die Opfer kommen in die Beratungsstellen, mit denen wir im Bündnis zusammenarbeiten“, weiß die Sozialsekretärin. Das Bündnis, dem politische Parteien, Initiativen, Beratungsstellen, Gewerkschaften oder Volkshochschulen angehören, will öffentlich machen, „dass sowas nicht nur in der Bild-Redaktion oder am Filmset im Hollywood passiert, sondern auch in Schwandorf“.

Die DGB Frauen stellen Motive mit Sprüchen zur weiteren Verwendung zur Verfügung. Unter dem Hashtag #neinzugewaltanfrauen können Sie den Aktionstag selbst unterstützen.

Beim Hilfetelefon unter 08000 116 016 finden Frauen, die Gewalt erleben, anonym und rund um die Uhr kostenfreie Unterstützung. Weitere Infos zum Hilfetelefon finden Sie auf Youtube.

(Foto: Zinkevych/ Getty Images Pro via Canva)

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