Sonntags frei – Kulturerbe für die Zukunft

NÜRNBERG/ BAYERN. Der arbeitsfreie Sonntag hat eine lange Tradition. Das Edikt Kaiser Konstantins, das erstmals den arbeitsfreien Sonntag schützte, jährt sich am 3. März zum 1700sten Mal. Der kda Bayern lädt deshalb als Mitglied in der Allinaz für den freien Sonntag  zu einer virtuellen Jubiläumsveranstaltung des „freien Sonntags“ mit prominenten Gästen ein. Sie macht nicht zuletzt deutlich, wie wichtig es ist, dieses Kulturerbe auch in Zukunft zu schützen.

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Große Jubiläumsfeier

Die bundesweite Jubiläumsfeier „1.700 Jahre freier Sonntag“ findet am 3. März von11:00 bis 13:00 Uhr online im Livestream statt. Interessierte können sie kostenlos und ohne Anmeldung über das Internet verfolgen.
Hauptreferent ist SZ-Kolumnist Heribert Prantl. Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm, Arbeitsminister Hubertus Heil, Staatsministerin Monika Grütters und andere Prominente aus Politik und Gesellschaft werden eine Sonntagsbotschaft per Video senden.

Sonntagsschutz – eine gute Tradition

Vor genau 1.700 Jahren, am 3. März 321, machte der römische Kaiser Konstantin den Sonntag erstmals zum gesetzlich geschützten Ruhetag. In seinem Edikt hieß es: „Alle Richter, Stadtbewohner und Gewerbetreibenden sollen am verehrungswürdigen Tag der Sonne ruhen!“ Die Sonntagsruhe galt damals, ähnlich wie heute, nicht nur den Christen, sondern allen Menschen – nur die Landbevölkerung war damals noch ausgenommen.
Über die Jahrhunderte gab es mal strengere, mal weniger strenge Regelungen zum Schutz des arbeitsfreien Sonntags. Es gab auch Versuche, ihn ganz abzuschaffen, etwa in der Französischen Revolution. Auch in der Frühindustrialisierung musste das Proletariat an allen Tagen schuften. Heute genießt die Sonntagsruhe Verfassungsrang.

Sonntagsschutz – Verpflichtung für die Zukunft

Aber auf den freien Sonntag gibt es keine Garantie. Man muss für die Ruhe kämpfen, um sie zu bewahren. Seit jeher drängen wirtschaftliche Lobbygruppen darauf, den Sonntag zum Werktag zu machen. Auch die Coronakrise nehmen manche zum Anlass, die Abschwächung oder gar Abschaffung des Sonntagsschutzes im Handel und in anderen Branchen zu fordern.
Als Teil einer Allianz aus Kirchen und Gewerkschaften rufen wir alle in Kultur, Sport, Familienverbänden und Unternehmen auf: Lasst uns gemeinsam für den Sonntag eintreten! Wir sagen den Verantwortlichen in Wirtschaft und Politik: Rüttelt nicht am Ruhetag!
 Begrenzt Sonntagsarbeit auf das für die Gesellschaft notwendige Minimum!
Das 1.700jährige Kulturerbe des freien Sonntags ist eine Verpflichtung für die Zukunft.
Ob analog oder digital, als Mitglied der Allianz für den freien Sonntag machen wir uns jetzt und künftig stark für die Freiheit des Menschen und gegen die völlige Ökonomisierung des Lebens!

(Foto: Alexander Naumann/ pixabay.com)

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