Angst um Arbeitsplätze bei angehenden Ausbilder*innen

NÜRNBERG. Sie erleben den Corona Lockdown hautnah: Die Teilnehmenden am AdA-Kurs (Ausbildung der Ausbilder) aus dem Hotel und Gaststättengewerbe. Mit René Steigner pauken sie für ihre Ausbilder-Prüfung, während in ihren Betrieben Kurzarbeit ansteht und die Angst um Arbeitsplätze kursiert. „In der Gastronomie im großstädtischen Bereich geht es in diesem zweiten Lockdown ums Überleben“, berichtet Diakon Steigner.

Zusatzqualifikation zur sinnvollen Zeitüberbrückung

„Ziemlich bescheiden“ sei die Situation im Moment, so ein Teilnehmer des AdA-Kurses. Viele seiner Kolleg*innen seien in Kurzarbeit, manche durchgehend seit März. Es sei zurzeit kein Hotel ausgebucht in Nürnberg und auch Geschäftsreisende kämen viel weniger, weil ja alle Messen ausfallen. Das drückt auch die Preise für Übernachtungen insgesamt und setzt Hotels und Gaststätten zusätzlich unter Druck. „Ich vermisse die Kollegen und zuhause hab ich jetzt schon alles abgestaubt“, so der angehende Ausbilder. Für ihn sei es jetzt schon sehr deprimierend – er hinterfrage sich selber und habe das Gefühl „ein fauler Sack“ zu sein. Weil auch grade kein Sport im Fitness-Studio möglich sei, habe er sich eine Hantelbank gekauft. Aber zuhause alleine macht das nur halb so viel Spaß. Immerhin kann er die freie Zeit nutzen, um jetzt den Ausbilder-Schein zu machen und erhöht damit seine Chancen auf dem Arbeitsmarkt, wenn es hoffentlich bald wieder los geht in der Hotel- und Gaststätten-Branche.

Zusammenhalt gibt Kraft

Seine Kollegin, die in einem Apartmenthaus mit Zimmern für Langzeitgäste arbeitet, ist seit April durchgängig mit 50 Prozent beschäftigt. Bei vier Stunden Arbeit am Tag erlebt sie bei der Reservierung die prekäre Situation in der Beherbergungs-Branche deutlich: „An dem, was ich an Reservierungen einbuche, hängen die Arbeitsplätze meiner Kollegen“, so die Hotelfachfrau. „Da macht man sich schon Gedanken…“. Ihr gibt es Kraft und Halt zu wissen, dass viele von den derzeitigen Einschränkungen betroffen sind. „Wenn wir Kollegen untereinander sagen ‚wir schaffen das gemeinsam‘ und trotzdem auch mal zusammen lachen können – dann hilft das schon in dieser belastenden Situation“.

(Foto: Th G/ pixabay.com)

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