Fabrikplanung – ein Vertrauensgeschäft

GARCHING. Dass und wie Fabrikplanung ein Vertrauensgeschäft ist, lernten rund 25 Pfarrer*innen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz im Rahmen des 524.Studienkurses des Theologischen Studienseminars der VELKD am 16.5.2018 bei einem Betriebsbesuch bei der ifp Consulting in Garching, einer technischen Unternehmensberatung, die im Bereich der Fabrikplanung, der Supplychain-Planung und der Digitalisierung von Produktions- und Logistiksystemen international tätig ist.

Teamwork im Pfarramt und in der Fabrik

Der von Pfarrer Peter Lysy organisierte Besuch war Teil einer Studienwoche, in dessen Rahmen sich die Pfarrer*innen das Thema „Teamgeist im Pfarramt“ erschlossen. Um Teamarbeit ging es daher auch im Gespräch mit den geschäftsführenden Gesellschafter*innen der ifp Consulting, Anja Milberg und Dr. Philipp Michaeli. Denn sowohl bei der Auftragsakquise als auch bei der Umsetzung von Projekten menschelt es gehörig, sowohl zwischen Auftraggebern und Auftragnehmern als auch bei der betriebsinternen Umsetzung von Projekten.

Durch Zuhören zum Erfolg

„Die Planung einer Fabrik können Sie vielleicht einmal falsch machen, dann sind Sie weg vom Fenster.“, so Michaeli, der in der Akquise aktiv ist. Daher ist Fabrikplanung ein „people business“. Derjenige erhält den Zuschlag, dem vertraut wird, dass er das Projekt erfolgreich umsetzt. „Daher kaufen Unternehmen nicht ein Konzept. Sie kaufen eine Person ein, die ihnen das Gefühl von Sicherheit gibt.“ Dieses Gefühl stellt sich dann ein, wenn man dem Kunden zurückzumelden versteht, dass man seine Bedürfnisse verstanden hat. „Daher steht Zuhören an erster Stelle.“

Transparenz als oberstes Gebot

Nach der Akquise muss das Projekt folglich auch an diejenigen gut übergeben werden, die es umsetzen. „Hier ist es wichtig, gut zu kommunizieren, mit welchen Personen es das Team zu tun bekommt. Insbesondere müssen die informellen Machtstrukturen vermittelt werden.“, so Michaeli. Denn nicht selten machen Menschen in der Fabrik die Ansagen, die eigentlich im Organigramm nicht an oberster Stelle stehen. Die gilt es während der Projektumsetzung ins Boot zu holen.
Dabei ist der transparente Austausch mit dem Auftraggeber und seinem Team in der Projektumsetzung oberstes Gebot. So muss der Berater seinem Auftraggeber auch vermitteln können, dass nicht alle Wünsche erfüllbar sind. „Man muss auch sagen können: wenn Sie das so und so wollen, wird das und das besser, aber das auch schlechter.“
Und am Ende steht eine Haltung der Demut. „Ein erfolgreiches Projekt haben wir dann, wenn unser Auftraggeber sagt: ‚Wir haben eine super Fabrik geplant, und da gab es so einen Berater, der da irgendwie mitgemacht hat‘.“, so Michaeli.

Impulse von der Industrie fürs Pfarramt

Um die Berater*innen, die in der Regel aus einem technischen Studiengang kommen, auf diesen auch menschlich anspruchsvollen Job vorzubereiten, bietet ifp Consulting neben Coachings und Round Table-Gesprächen auch Schauspieltraining an. „Das dient dem Teambuilding, aber fordert einen auch, die eigene Komfortzone zu verlassen.“, so Milberg.
Die anregende Diskussion im Anschluss machte deutlich, dass die Impulse anschlussfähig sind an Fragen, die im Pfarramt relevant sind. Mit einem Drei-Länder-Präsentkorb bedankte sich Studienleiterin Dr. Costanza in Namen der Besucher*innengruppe bei den beiden Unternehmer*innen.

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