Festschrift für Günter Brakelmann – lebendige kda-Geschichte

NÜRNBERG. „Priorität für die Arbeit“ fordert die Festschrift anlässlich des 90ten Geburtstags von Prof. Günter Brakelmann – Urgestein des kda im Ruhrgebiet – und vereint viele Beiträge zur Geschichte des Sozialen Protestantismus. Damit spannt sie einen Bogen quer über die Republik und die letzten mindestens 70 Jahre des kirchlichen Engagements in der Arbeitswelt. Zu dem Buch, das jetzt im kda Bayern zum Verkauf vorliegt, haben auch kda-Leiter Johannes Rehm, der ehemalige Sozialpfarrer Roland Pelikan und die wissenschaftliche Referentin Hanna Kaltenhäuser Kapitel beigesteuert.

Verkündigungsauftrag in der Arbeitswelt

Schwerpunkt ist zum einen die biblisch fundierten evangelischen Sozialverkündigung von Werner Schanz, Leiter des Amtes für Industrie- und Sozialarbeit in Bayern von 1979 bis 1996. Dieser „sah seinen Auftrag in der Verkündigung in arbeitsweltlichen Kontexten“, so Rehm in seinem Beitrag. Seine Sozialverkündigung hinterließ ein nachhaltiges Echo bei vielen Menschen über die engeren kirchlichen Kreise hinaus.

Auf den Spuren der Anfänge

Roland Pelikan und Hanna Kaltenhäuser setzen sich vor allem mit den Ursprüngen der ehrenamtlichen Arbeit in der afa (Aktionsgemeinschaft für Arbeitnehmerfragen) und im Kontext der Frauenarbeit im kda Bayern auseinander. Hier wird Geschichte in O-Tönen lebendig, wenn der Arbeiter Erich Breier zu Wort kommt: „Muss immer ein Geistlicher der Führer oder Vorstand sein? Wir sagen nein! Laien an die Front.“ Oder auch wenn die ehemalige Referentin Barbara Bachmann erzählt: „Wir haben eine Methode entwickelt, die Leute nach dem zu fragen, was sie wussten – besser als wir. Also zum Beispiel, wie die Arbeit läuft und was man da erlebt.“

Geschichte im Bewusstsein halten

Günter Brakelmann zeigte sich in seiner Danksagung erfreut, dass dieses Buch ein Bild der alten KDA-Arbeit entwirft und damit hilft, Aktivitäten, Themen und die Geschichte(n) des Sozialen Protestantismus im Bewusstsein der Kirche zu erhalten. „Gleichzeitig bringt es gegenwärtige Aktivitäten und zukünftige Handlungskonzepte zur Sprache“, freut sich der Jubilar. „Das vorliegende Buch mit seinen vielfältigen Beiträgen kann die notwendige Debatte über all die angesprochenen Fragen nicht ersetzen, aber es kann und soll sehr wohl den kirchlichen oder noch besser den öffentlichen Diskurs darüber eröffnen und anregen“, so Johannes Rehm.

(Foto: VikZa/ Getty Images via Canva)

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