Glaube in Aktion: Bayernweite Aktion „1plus1“ eröffnet

MÜNCHEN. Zwischen Polster-Möbeln und Vasen hieß es: „wieder neu anfangen können“. Mitten im Sozialkaufhaus diakonia wurde am Mittwoch, den 3. Mai 2023, die diesjährige „Aktion 1 + 1 – Mit Arbeitslosen teilen“ eröffnet. Die von der Evangelisch-Lutherischen Kirche (ELKB) getragene Aktion wird vom Kirchlichen Dienst in der Arbeitswelt (kda) organisiert. Vertreter*innen aus Kirche und Politik mahnten die Wichtigkeit der Aktion an. Auch in Zeiten des Arbeits- und Fachkräftemangels gäbe es Jugendliche und Langzeitarbeitslose, denen ein Start oder Wiedereinstieg ins Berufsleben schwerer falle.

Gleich zu Beginn stellte Dr. Johannes Rehm, Leiter des „Kirchlichen Dienstes in der Arbeitswelt“ eindrücklich klar:

„Die Aktion 1+1 ist eine bewährte Starthilfe zur Selbsthilfe. Niemand soll mit Almosen abgespeist werden.“

Die Aktion lebe von dem Vertrauen, dass alle Geschöpfe Gottes gebraucht werden und befähigt werden können ihren Beitrag im Gemeinwesen zu leisten, so der evangelische Pfarrer weiter.

Pfarrer Dr. Johannes Rehm eröffnete die Kampagne 2023, Bild: Diakonie München und Oberbayern/Christine Richter

Im Anschluss übermittelte Dr. Markus Gruber, Amtschef im Staatsministerium für Familie, Arbeit und Soziales Dank und Grüße der zuständigen Ministerin Ulrike Scharf:

„Wir haben in Bayern einen robusten Arbeitsmarkt mit der geringsten Arbeitslosenquote bundesweit! Mir ist es wichtig, auch Langzeitarbeitslose und Jugendliche mit erhöhtem Förderbedarf gezielt zu unterstützen! Der kda Bayern schafft mit der ‚Aktion 1+1 Mit Arbeitslosen teilen‘ Arbeitsplätze für Langzeitarbeitslose und Ausbildungsplätze für Jugendliche mit einem erhöhten Förderbedarf. Perspektiven eröffnen, unkomplizierte Hilfe anbieten und Lösungen aufzeigen für Menschen, die Unterstützung brauchen, sind wichtig. Herzlichen Dank für das große Engagement!“

, so die Ministerin.

Dr. Markus Gruber, Amtschef Bayerischen Staatsministerium für Familie, Arbeit und Soziales, vertrat Ministerin Ulrike Scharf; Bild: kda Bayern, Schürmann

 

In seinem Grußwort lenkte Gruber den Blick auf die Menschen, die nicht auf Anhieb vom stabilen bayerischen Arbeitsmarkt profitieren würden. Besonders hob er dabei Jugendliche ohne Schulabschluss, Menschen mit Behinderungen sowie Langzeitarbeitslose hervor, deren Anteil noch fast auf dem Niveau von vor 10 Jahren liege.

Seine Überlegungen schloss Gruber, der das Kaufhaus auch von persönlichen Besuchen kennt, mit einem Lob an die anwesenden Mitarbeiter*innen:

„Was Sie hier täglich leisten, verdient hohe Anerkennung und großen Respekt!‘“.

Dorothea Kroll-Günzel moderierte die Veranstaltung. Sie ist seit 11 Jahren die zuständige Referentin für „1plus1“. Bild: kda Bayern, Schürmann

 

Dorothea Kroll-Günzel, seit 11 Jahren zuständige Referentin der Aktion „1+1“ im kda, dankte der Diakonie, als einer wichtigen Partnerin. Als deren Vertreterin war Andrea Betz zu Gast.

Andrea Betz, Vorstandssprecherin der Diakonie München und Oberbayern, nahm in ihrer Rede auch die Politik in die Verantwortung. Bild: Diakonie München und Oberbayern/Christine Richter

 

Die Vorstandssprecherin der Diakonie München und Oberbayern stellte klar:

„Die Unterstützung durch 1+1 dient bei diakonia direkt dem Erhalt geförderter Arbeitsplätze. Wir sehen es als unseren diakonischen Auftrag, dass Menschen sich nicht abgehängt fühlen.“

Daran schloss Thomas Rosenberger, Geschäftsführer der diakonia, an:

„Für mich ist sozial gerecht, was Menschen langfristig hilft sich im Leben zu stabilisieren und Teilhabe in der Gesellschaft zu erfahren – ein wichtiger Schritt dafür ist eine wertschätzende Arbeit oder Beschäftigung bei diakonia.“

Gastgeber Thomas Rosenberger ist Geschäftsführer der diakonia; Bild: Diakonie München und Oberbayern/Christine Richter

Von der kollegialen und wertschätzenden Atmosphäre bei diakonia konnten sich die Anwesenden im Anschluss bei einer kleinen Führung durch das Sozialkaufhaus überzeugen. Bei laufendem Betrieb lernten sie alle Bereiche von der Warenannahme, über die Verkaufsbereiche bis hin zum Online-Versandhandel kennen. Der Andrang an den Kassen wie im hauseigenen Café zeigte eindrücklich: Das Sozialkaufhaus diakonia und die Aktion „1plus1“ werden gebraucht in der Gesellschaft.

Die diakonia betreibt ein großes Sozialkaufhaus in der Dachauer Straße in München. Bild: kda Bayern/Schürmann

Über die Aktion „Aktion 1+1“:

Ziel der „Aktion 1+1“ ist es, neue Perspektiven und Chancen für langzeitarbeitslose Menschen und für Jugendliche zu ermöglichen, denen es schwerfällt einen regulären Ausbildungsplatz zu finden. Jeder gespendete Euro wird dabei aus Haushaltsmitteln der ELKB verdoppelt. Im vergangenen Kampagnenjahr hat die Aktion mit knapp 1,4 Millionen Euro rund 250 Arbeits- und etwa 70 Ausbildungsplätze geschaffen und 265 Arbeitsgelegenheiten für sogenannte Ein-Euro-Jobber gefördert. Partner*innen der „Aktion 1+1“ sind diakonische Betriebe und Werkstätten, Kirchengemeinden und Vereine. Zu ihnen gehört auch die diakonia, ein Sozialbetrieb der Diakonie München und Oberbayern und des Evangelisch-Lutherischen Dekanats München.

Titelbild: Eröffnung der Aktion 1 plus 1 im Sozialkaufhaus diakonia: Thomas Rosenberger, Andrea Betz , Dr. Johannes Rehm, Dorothea Kroll-Günzel, Dr. Markus Gruber (v.li.n.re.); Copyright: Diakonie München und Oberbayern/Christine Richter

Ausbildung, Bildung, Arbeitslosigkeit, Gerechtigkeit, Kirche

Meldungsarchiv

Vorheriger Beitrag
Sich trauen
Nächster Beitrag
Zeichen setzen zur Sozialwahl

Ähnliche Beiträge