Internationaler Frauentag am 8. März

REGENSBURG. Der kda Regensburg feiert seit über 20 Jahren mit großem Zuspruch und vielen Bündnispartnerinnen eine Veranstaltung zum Internationalen Frauentag am 8. März in Schwandorf. „Leider ist dieses Jahr alles anders“, bedauert Sozialsekretärin Ute Meier. Und doch wollen gerade in diesen Zeiten die Veranstalter*innen des 8. März auf die Geschichte des Frauentags und die aktuellen Themen und Problemlagen aufmerksam machen. Zum Bündnis gehören neben dem kda Bayern der DGB, die Arbeitsagentur, die katholischen Arbeitnehmerbewegungen KAB, die im Kreistag vertretenen Parteien und Wählergemeinschaften Bündnis 90/Die Grünen, CSU-Kreistagsfraktion, Freie Wähler, ÖDP und SPD sowie die Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises.

Lange Tradition, aber noch lange nicht am Ziel

Der Internationale Frauentag hat eine lange Tradition; ins Leben gerufen wurde er aus den Reihen der Gewerkschaften. Frauen kämpfen seit Jahrhunderten für ihre Rechte, für bessere Arbeitsbedingungen, für gleichen Lohn für gleiche und gleichwertige Arbeit und die Gleichstellung der Frau!
Die Corona-Krise hat uns fest im Griff und sie trifft Frauen besonders hart. Deswegen ist das Motto des DGB zum 8. März 2021 „Mehr Gewerkschaft, mehr Gleichstellung – mehr denn je!“.
Frauen sind in den letzten 50 Jahren vorangekommen, aber am Ziel sind sie noch lange nicht. Denn noch immer müssen Frauen jeden Tag gegen Hindernisse ankämpfen.
100 Jahre nach Einführung des Frauenwahlrechts ist das deutsche Parlament so männlich wie seit zwanzig Jahren nicht mehr. Nur ein Drittel der Abgeordneten sind Frauen. Hierüber referierte vor zwei Jahren Nina Golf, wiss. Referentin des kda vor über 100 Teilnehmerinnen in Schwandorf.

Ungleichheiten unter dem Corona-Brennglas

Die Corona-Pandemie zeigt wie unter einem Brennglas die fortdauernden strukturellen Ungleichheiten zwischen den Geschlechtern.
Die Pandemie beschränkt das öffentliche Leben. Was derzeit gegen das Virus helfen soll, wird in manchen Familien gefährlich. Home-Office, Kinderbetreuung, Ängste um die Gesundheit und den Arbeitsplatz, diese vielfältigen Herausforderungen auf engstem Raum bergen Konfliktpotential. Kinder und Frauen sind in besonderem Maße durch häusliche und sexualisierte Gewalt betroffen.
Dieses Jahr hat uns allen viel abverlangt – aber vor allem den Frauen. Sie haben in systemrelevanten, oft schlecht bezahlten Berufen im Krankenhaus, auf der Intensivstation, im Pflegeheim und an der Supermarktkasse für die Grundversorgung unserer Gesellschaft während der Krise gesorgt. Gleichzeitig waren sie es, die noch mehr als sonst, die unbezahlte Sorgearbeit zu Hause geleistet haben.

Zeit für Anerkennung

Zeit den Frauen für ihren Einsatz für das Allgemeinwohl und die Grundpfeiler unserer Gesellschaft zu danken! Diese Anerkennung muss allerdings in eine konkrete und systematische und nachhaltige Politik für eine geschlechtergerechtere Gesellschaft münden:
Systemrelevante Berufe müssen mehr Anerkennung, Zeit und Entlohnung bekommen
Rahmenbedingungen und Arbeitszeiten müssen geschaffen werden, die es Männern und Frauen ermöglichen, Beruf, Familie und Pflege zu vereinbaren.
Wann, wenn nicht jetzt!

(Foto: Mary Bettini Blank/ pixabay.com)

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