Jetzt ist die Zeit. Ein Plädoyer für weibliche Führung.

Es gibt sie, die weiblichen Führungspersönlichkeiten in der Bibel. Und es gibt viele von ihnen. Man muss sie etwas suchen, denn die Erzählungen von Jesus und seinen Jüngern sind sehr dominant.

Aber die biblischen Frauen – in all ihrer Unterschiedlichkeit – zeigen uns, dass Geschlecht keine Rolle spielt, wenn es um Führung und Stärke geht.

Eine dieser Frauen ist Deborah. Deborah ist eine Prophetin und Richterin in Israel, die das Volk durch eine schwere Zeit der Unterdrückung führt. Sie ist eine kluge und starke Anführerin. Deborah ist in der Lage, sowohl militärische als auch politische Entscheidungen zu treffen. Unter ihrer Führung siegt Israel über seine Feinde und erlebt Frieden und Wohlstand.

Auch in der heutigen Arbeitswelt gibt es viele Deborahs: Kompetent, stark in Bildung und Beruf, an vielen Stellen sogar besser als Männer. Aktuell stehen die Zeiten gut für einen Wechsel hin zu mehr weiblicher Führung. Der Abbau von Vorurteilen und Benachteiligungen von erwerbstätigen Frauen gehört zu einer umfassenden Transformation.

Es ist eine Stärke von Frauen, sich in unterschiedlichsten Lebensbereichen zu bewegen, sie miteinander zu verknüpfen und dabei auch die Bedürfnisse Dritter wahrzunehmen. Diese Fähigkeiten – verbunden mit Sensibilität und sozialem Engagement – sind Schlüssel-Qualifikationen für die Zukunft guter Führung in Zeiten sozialökologischen Wandels.

Eine weitere bemerkenswerte Frau in der Bibel ist Esther. Esther ist eine jüdische Königin im persischen Reich, die ihr Volk vor dem Genozid rettet. Obwohl sie anfangs Angst hat, sich dem König zu offenbaren, erkennt sie schließlich ihre Stärke und ihren Mut und setzt sich für ihr Volk ein. Durch ihre umsichtige Führung kann sie die Zerstörung ihres Volkes verhindern und Frieden und Sicherheit für alle schaffen.

Wenn es um Krisen geht, um Herausforderungen, um neue Ideen und Methoden, dann richten oft Frauen das, was zuvor verbockt wurde. Ihnen traut man zu, nachhaltige Lösungen zu finden.

Übernahme von Verantwortung und Führung finden auf allen Berufsebenen statt. Sie sind nicht auf die Karriere-Positionen im Unternehmen beschränkt. Oft sind es gerade nicht die offiziellen Chefs, die das Schiff lenken, Innovationen herbeiführen, Dinge konkret umsetzen und das große Ganze im Blick haben.

Wir müssen uns nicht verbiegen, um zu führen. Wir dürfen uns auf unsere Stärken und unsere Persönlichkeit verlassen und wir dürfen vertrauen.

Denn die biblischen Frauen zeigen uns den Weg. Sie zeigen uns, dass Gott keinen Unterschied zwischen Männern und Frauen macht – auch nicht, wenn es um Führung geht.

Unterstützen wir uns also gegenseitig dabei, sichtbar zu werden!

Maike Hagemann-Schilling ist Referentin des KDA der Nordkirche in Kiel.
Annelies Bruhne ist Referentin des Ev. Verband Kirche Wirtschaft Arbeitswelt (KWA) in Hannover.

Bild: Konstantin Juganov via Canva

Frauen, Führungskräfte

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