Runder Tisch Kirchen und Gewerkschaften

MÜNCHEN. Am Dienstag, den 17. April 2018 traf sich der Runde Tisch Kirchen und Gewerkschaften zu einem kollegialen Gespräch zu aktuellen sozialen Fragen in den Räumen der kda-Regionalstelle in München. Der fachkollegiale Austausch stand im Anschluss an den Münchener Armutsbericht ganz im Zeichen der Armutsproblematik. Neben dem kda nahmen am Runden Tisch die Aktionsgemeinschaft für Arbeitnehmerfragen (afa), das Münchner Arbeitslosenzentrum (MALZ) der Inneren Mission, die Evangelischen Dienste München, die Katholische Betriebsseelsorge (BSS) und Arbeitnehmerbewegung (KAB) sowie der DGB Bayern und Vertreter*innen von Einzelgewerkschaften teil.

„Heimat gibt´s nur für den, der sich´s leisten kann.“

Gewerkschafssekretär Benedikt Kopera vom DGB Bayern referierte zu Beginn einige Aspekte aus dem aktuellen Münchner Armutsbericht. Darin gelte jemand als arm, wenn er oder sie weniger  als 60% der unteren Einkommensbemessungsgrenze zu Verfügung habe. Für München betrifft das immerhin einen Bevölkerungsanteil von 18%. Diese zunehmende Armut ist real existent, bleibe aber oftmals versteckt. In München läuft daher inzwischen ein geflügeltes Wort um: „Heimat gibt´s nur für den, der sich´s leisten kann.“ Zudem weise München eine konstante Zahl an Arbeitslosen aus, insbesondere im Bereich der Langzeitarbeitslosigkeit. Den Hilfeeinrichtungen von Kirche, Caritas und Diakonie begegnen Betroffene mit ihren vielfältigen Nöten. Dabei werde insbesondere die Wohnungsnot immer mehr zum Dauerthema.

Gespräche statt Vorurteile

An den kurzen Überblick von Kopera schloss sich eine lebhafte und ausführliche Diskussion an, wie den sozialen Herausforderungen Armut und Wohnungsnot seitens des Runden Tisches begegnet werden könnte. Die Runde war sich darin einig, dass es in der Wahrnehmung sozialer Fragen darum gehe, Vorurteile und klischeehafte Meinungen in der Gesellschaft zu verändern. Das könne am besten dann geschehen, wenn es gelänge, Menschen miteinander ins Gespräch  zu bringen. Deshalb  verabredeten die  Teilnehmenden des Runden Tisches eine „Ökumenische Arbeitshilfe“, um das Thema in den Kirchengemeinden zur Sprache zu bringen.

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