Solidarität – gerade jetzt

NÜRNBERG. Wie die Gewerkschaften, so hat sich der kda Bayern auf die Kundgebungen am 1. Mai unter dem Motto: „Solidarisch ist man nicht allein“ vorbereitet. Doch durch die Corona-Pandemie ist dieses Jahr alles anders. Unsere Ideen und Gedanken dazu teilen wir in dieser Woche wie viele andere im Netz und fühlen uns nicht zuletzt auf diese Weise solidarisch verbunden.

Solidarität gilt allen Generationen

Das gemeinsame Wort der Kirchen aus dem Jahr 1998 gibt uns auch heute noch aktuelle Anhaltspunkte dafür, was Solidarität bedeuten kann: Trotz Unterschieden das „Wir“ entdecken. Das heißt, gemeinsame Interessen zu finden, zu verfolgen und auf eigennützige Vorteilssuche zu verzichten. Solidarität ist „die feste und beständige Entschlossenheit, sich für das ‚Gemeinwohl‘, und das heißt, für das Wohl aller und eines jeden einzusetzen“. Solidarität „schließt auch die Verantwortung für die kommenden Generationen mit ein“.

Gemeinsam statt einsam

In Zeiten von Corona wird unsere Solidarität ganz besonders gebraucht:

  • mit den Beschäftigten im Gesundheitswesen, in der Pflege, im Lebensmittelhandel
  • mit allen Menschen, die in Kurzarbeit müssen, ihre Arbeit verloren haben oder um ihre finanzielle Existenz bangen müssen,
  • mit Menschen, die am oder unter dem Existenzminimum leben müssen und jetzt keine günstigen Lebensmittel mehr erhalten
  • mit den Menschen, die erkrankt sind oder zu den Risiko-Gruppen gehören
  • mit Menschen, die Kinder betreuen müssen und berufstätig sind
  • mit Menschen, die in Quarantäne oder durch Ausgangsbeschränkungen an Einsamkeit leiden
  • mit anderen Staaten in Europa und auf der ganzen Welt, die von der der Ausbreitung des Virus betroffen sind

Diese Solidarität wird sich zeitnah zum einen in strukturellen Lösungen zeigen müssen. So braucht es beispielsweise nicht nur eine dauerhafte Aufwertung sogenannter „systemrelevanter“ Berufe, sondern auch einen Rettungsschirm für gemeinnützige Einrichtungen und Initiativen, eine Ausweitung der Notangebote in KITAS für Alleinerziehende, sowie den Ausbau bzw. die Aufrechterhaltung des Kontakts zu isolierten und älteren Menschen.

Aber auch jeder und jede einzelne kann sich solidarisch zeigen. Viele haben das in den vergangenen Wochen schon bewiesen, sei es durch Einkäufe für Risikogruppen, indem sie Gesichtsmasken für andere nähten oder Briefpost in Altenheime schickten.
Was heißt Solidarität für Sie? Und wie leben Sie sie? Hier ein paar Gedanken dazu aus dem kda…

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