Advent in der Arbeitswelt

NÜRNBERG. Auf Einladung des Bäckerobermeisters Manfred Kerschbaum sprach Pfarrer Dr. Johannes Rehm Worte der Besinnung beim adventlichen Beisammensein der Bäckerabteilung des CVJM Nürnberg am vergangenen Samstag. Manfred Kerschbaum ist ehemaliges Mitglied der Landessynode und in der bayerischen Landeskirche vielfältig aktiv, u.a. im Arbeitskreis Kirche und Handwerk des kda.

Advent – Zeit beruflicher Überforderung

Der kda-Leiter wies darauf hin, dass der Advent für viele Menschen in der Arbeitswelt eine Zeit der beruflichen Überforderung darstellt, obwohl vom Kirchenjahr her gedacht, der Advent doch eine Zeit hoffnungsfroher Erwartung sein sollte. Die biblischen Lesungen der Adventssonntage richten unseren Blick konsequent nach vorn auf die vor uns liegende Zeit. Allen Belastungen zum Trotz, gilt es, inne zu halten im Advent und sich Zeit zu nehmen, auf das Evangelium neu zu hören.

Adventszeit verschränkt die Blickrichtungen

Im Arbeitsleben sind im Dezember hingegen die Geschäfts- und Leistungsbilanzen, Steuererklärungen und Jahresabschlüsse zu bewältigen, was zwangsläufig zum Rückblick nötigt. “In der Adventszeit verschränken sich die beiden Blickrichtungen nach vorne und zurück, deshalb ist es für die Menschen im Erwerbsleben keine stille, sondern eine übervolle Zeit”, so Rehm vor zahlreichen Vertretern des Handwerks.

Advent weitet den Horizont

Advent sei traditionell aus gutem Grund eine Zeit der Buße. Eine Gelegenheit und die Einladung, allen Belastungen zum Trotz, den Blick zurückzulenken nicht nur auf das Gelungene, die positive Leistungsbilanz, sondern auch selbstkritisch auf das Misslungene zurückzuschauen. Noch ist Zeit eine Kurskorrektur vorzunehmen.
Der kda-Pfarrer erinnerte seine Zuhörerschaft an die Verkündigung Johannes des Täufers: “Tut Buße, denn das Himmelreich ist nahe herbeigekommen” (Mt. 3,2). Die biblische Adventsbotschaft vermag den Blick, gerade von beruflich überlasteten arbeitenden Mitmenschen, nach vorne zu lenken auf all das, was von Gott her auf diese Welt zukommt. “In dem ich dies an mir geschehen lasse, ereignet sich ein salutogenetisch wirksamer Perspektivwechsel”, so Rehm, “dann wird für mich Advent in allen Belastungen zur erfüllten Zeit in Gottes Gegenwart”.

 

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