Eine perfekte Woche – Betriebspraktikum von Diakon René Steigner

NEUBURG a.d.Donau. Diakon René Steigner arbeitet beim kda Bayern als Sozialsekretär. Für eine Woche tauschte er sein kda-Büro mit einem Arbeitsplatz in der Glasfertigung. Hier schreibt er von seinen Erfahrungen und Eindrücken.

Ich bin im kda als Sozialsekretär in Ingolstadt eingesetzt. In diesem Zusammenhang stehe ich in Kontakt mit Firmen industrieller Größe. Um meinen diesbezüglichen Erfahrungshintergrund auszubauen, hatte ich mir vorgenommen selbst einmal zu erleben, was es bedeutet in einer solch großen Firma zu arbeiten.

Das Verallia Werk Neuburg/Donau hat es mir dankenswerter Weise ermöglicht, vom 7. bis 11. Januar 2019 ein einwöchiges Betriebspraktikum durchzuführen, um einen Blick „hinter die Kulissen“ zu werfen. Ich erhielt einen umfassenden Einblick in betriebliche Abläufe, Organisation und Aufgaben der verschiedenen Abteilungen und dem Produktionsprozess industrieller Glasherstellung. Hierfür wurde ich jeweils für einen Tag in einer anderen Abteilung eingesetzt: in der Lehrlingswerkstatt, der sogenannten „Kaltendwerkstatt“, der Maschinenschlosserei, der Betriebsschlosserei und der Formenwerkstatt. Die Tätigkeiten in allen Arbeitsbereichen sind körperlich belastend, dafür abwechslungsreich und technisch sehr anspruchsvoll. Bei zahlreichen, intensiven Gesprächen begegnete ich überaus sympathischen, aufgeschlossenen und sehr hart arbeitenden Menschen unterschiedlichen Alters. Ein intensives Gemeinschaftsgefühl der Abteilungen und Schichten prägte die positive Stimmung und die sehr hohe Identifikation mit dem Betrieb, die ich in diesem Werk erleben durfte. Mir begegneten in diesem Sinne häufig Aussagen, die ein Mitarbeiter in der Maschinenschlosserei so formulierte: „Ich habe es noch keinen Tag bereut, mich hier beworben zu haben“.

Selbst durch diesen kurzen Einblick in die verschiedenen Abteilungen des Betriebes konnte ich erkennen, wie komplex das Gefüge der aufeinander abzustimmenden Tätigkeiten ist, um ein qualitativ hochwertiges Glasprodukt produzieren zu können. Mir kommt das Sprichwort „Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile“ in den Sinn. Nur wenn tatsächlich alle an einem Strang ziehen, kann es etwas werden. Letztlich wird aus einem „Häufchen Sand“ ein Glas produziert, mit allerhöchsten Qualitätsstandarts, ohne dass die menschliche Hand direkt eingreifen muss. Glasherstellung ist also High-Tec und gleichermaßen auch Teamleistung in allen Hierarchieebenen und Abteilungen.

Ich möchte mich sehr herzlich bei allen Beteiligten für meine freundliche Aufnahme bei Verallia Neuburg/Donau bedanken, um diese wichtige Erfahrung – für mich persönlich, als auch für meinen Beruf – zu ermöglichen.

Diakon René Steigner (re.) konnte für eine Woche in die Glasfertigung "reinschnuppern" und viele Eindrücke über den Betrieb und die Arbeit dort gewinnen.
Foto: kda Bayern
Vorheriger Beitrag
Runter vom Sofa – Sozialen Frieden suchen
Nächster Beitrag
Sozialethik in 4.0

Ähnliche Beiträge

Menü