Gerechter Lohn statt Zweiklassengesellschaft im Klinikum

NÜRNBERG. Die Beschäftigten der Klinikum-Nürnberg-Service-GmbH (KNSG) haben diese Woche für eine gerechte Entlohnung gestreikt. Sie fordern eine flächendeckende Bezahlung nach TVöD. Inzwischen lassen die erneuten Verhandlungsgespräche zwischen Gewerkschaft und Stadtführung auf positive Veränderungen hoffen. René Steigner vom kda Bayern in Nürnberg sandte solidarische Grüße an die Mitarbeitenden.

Streik für Gleichbehandlung

Schon seit Monaten machen die Mitarbeitenden der KNSG auf ihre ungerechte Entlohnung aufmerksam. Aktuell werden die rund 800 Beschäftigten, die in der Küche, in der Wäscherei, im Transportwesen oder in der Gebäudereinigung beschäftigt sind, schlechter bezahlt als ihre Kolleg*innen mit Altverträgen. Dies hat nicht nur Auswirkungen auf die aktuelle finanzielle Situation der Mitarbeitenden. Auch Altersarmut ist in diesem Niedriglohnbereich vorprogrammiert. Hinzu kommt die „Schlechterstellung in allen Bereichen von Arbeitszeiten, fehlenden Zuschlägen, fehlenden Zulagen (kein Weihnachts- und Urlaubsgeld) etc.“, wie Joana Terborg von Ver.di hinweist.
Nachdem zunächst Gespräche der Tarifkommission mit der KNSG ergebnislos verlaufen waren, kam es in den vergangenen Tagen zu Warnstreiks. Erneute Gespräche mit Oberbürgermeister Marcus König und Stadtkämmerer Harald Riedel zeigen nun in eine positive Richtung. Die Mitarbeiter*innen der KNSG sollen möglichst Anfang 2024 wieder in den TVöD eingegliedert werden. Bis es soweit ist, müssen allerdings noch viele strittige Punkte geklärt werden.

Niedriglöhne in der Pflege inakzeptabel

Steigner von der Regionalstelle Nürnberg erklärte sich mit den streikenden Mitarbeiter*innen solidarisch. In einer Erklärung, die vor Ort verlesen wurde, machte er seinen Standpunkt deutlich. Seiner Ansicht nach sind die Beschäftigten der KNSG und ihre Arbeit das Fundament des Klinikums und nicht nur eine „Ressource“, mit der man machen könne, was man wolle. „Es hat etwas mit Anstand zu tun, dass gleiche Arbeit auch monetär gleich bewertet wird. Niedriglöhne und eine Zweiklassengesellschaft haben vor allem in sozialen Berufen absolut nichts verloren“, betont der Diakon. Nun hofft er, dass die Tarifparteien zeitnah zu einer guten Einigung kommen. „Es wird Zeit, dass diese Ungerechtigkeit ein baldiges Ende nimmt.“

Titelbild: Die Belegschaft der KNSG beim Streik vor dem Nürnberger Klinikum. (Foto: Ver.di Bezirk Mittelfranken)

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