Menschen zählen mehr als Immobilien! Solidarität mit den GALERIA-Beschäftigten

NÜRNBERG. Der kda Bayern und der Evangelische Verband Kirche-Wirtschaft-Arbeitswelt (KWA) rufen zur Solidarität mit den Mitarbeitenden von GALERIA Karstadt Kaufhof auf, die derzeit um ihre Arbeitsplätze bangen. Auch in Bayern stehen laut Medienberichten einige Filialen auf der Kippe.

Zweieinhalb Jahre nach dem letzten Insolvenzverfahren drohen beim Warenhauskonzern GALERIA schon wieder Filialschließungen. Welche Häuser modernisiert, welche dichtgemacht und welche verkauft werden, ist nach monatelangen Spekulationen immer noch unklar. Bundesweit über 17.000 Beschäftigte hängen somit in der Luft. Nach den in den Medien kursierenden Listen sind auch Filialen in mehreren bayerischen Städten gefährdet.

Rehm: Möglichst viele GALERIA-Filialen zukunftsfähig machen!

„Wir stehen an der Seite der Mitarbeitenden von GALERIA. Für sie ist es eine unerträgliche Situation, über Monate nicht zu wissen, ob es mit dem eigenen Betrieb weitergeht, oder nicht“, sagte der Leiter des Kirchlichen Dienstes in der Arbeitswelt, Pfarrer Dr. Johannes Rehm.

„Jetzt ist ein klares Zeichen der Eigentümerin Signa Holding nötig, durch entschlossene Investitionen möglichst viele Filialen und Arbeitsplätze zukunftsfähig zu machen.“

Bisher sind bundesweit erst sehr wenige Filialen nach dem erfolgreichen Konzept „Galeria 2.0“ umgebaut worden.  Nach Einschätzung von Expert*innen wurde in die meisten Warenhäuser seit Jahrzehnten zu wenig investiert.

KWA: Die eigentliche Stärke von GALERIA sind die Beschäftigten

Auch der evangelische Bundesverband KWA ruft heute zur Solidarität mit den Beschäftigten von GALERIA auf. Die Beschäftigten seien die eigentliche Stärke von GALERIA, denn sie hätten das Unternehmen seit vielen Jahren durch ihr Engagement am Laufen gehalten. Ihre Kompetenz und Erfahrung solle das Unternehmen gerade in seiner Neuaufstellung nutzen. Beschäftigte, Betriebsräte und die Gewerkschaft ver.di sollten auf Augenhöhe am Reformprozess beteiligt werden.

In der Stellungnahme richtet der KWA auch Forderungen an die Signa Holding, die mit ihrer Immobiliensparte in Pandemiezeiten hohe Gewinne gemacht habe:

„Eine Sanierung von GALERIA Karstadt Kaufhof kann nur gelingen, wenn der Fokus nicht wie bisher auf Personalabbau, Lohnverzicht und Immobilien-Kennziffern liegt. Menschen zählen mehr als Immobilien!“

Die ganze Stellungnahme des KWA lesen Sie unter: Solidarität mit den Beschäftigten von GALERIA

Bild: kda Bayern

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