Neuanfang bei Galeria – „Die Stärke des Handels sind seine Mitarbeitenden!“

NÜRNBERG. Galeria Karstadt Kaufhof, der letzte große Warenhauskonzern Deutschlands, versucht ab Oktober den Neuanfang. Aus Sicht des Kirchlichen Dienstes in der Arbeitswelt muss es nun darum gehen, wieder in die Beschäftigten zu investieren.

In Bayern müssen fünf Filialen schließen

Das Insolvenzverfahren von Galeria Karstadt Kaufhof ist seit heute beendet. Große Opfer werden dafür gebracht: Die Gläubigerinnen und Gläubiger verzichten auf Milliarden Euro, tausende Beschäftigte verlieren bundesweit ihren Arbeitsplatz. Etwa 40 Filialen müssen in den kommenden Wochen schließen. In Bayern sind fünf Filialen betroffen: der Kaufhof in Ingolstadt, der Karstadt Sport in Rosenheim, die Karstadt-Häuser am Münchner Nordbad und Olympia Einkaufszentrum sowie der Karstadt Sport in der Münchner Fußgängerzone.

Der Handel darf sich nicht seiner Stärke berauben – das ist die Beratung im Geschäft

„Galeria Karstadt Kaufhof erhält nun eine neue Chance, aber hunderte Angestellte verlieren allein in Bayern ihren Arbeitsplatz“, kommentiert Pfarrer Johannes Rehm, Leiter des kda Bayern, die Entwicklung. „Aus ethischer Sicht sollte es in Zukunft weniger um den Wert der Warenhausimmobilien gehen, dafür wieder stärker um die Menschen, die darin arbeiten. In Zukunft sollte das Unternehmen wieder in sein Personal investieren, das in den vergangenen Jahren massiv ausgedünnt wurde. Der stationäre Handel darf sich nicht selbst seiner größten Stärke im Wettbewerb mit den Onlinehandel berauben. Das sind seine motivierten Mitarbeiter und die persönliche Beratung im Geschäft.“ Die Lösung liege auch nicht in den von Miguel Müllenbach, Chef der Kaufhausgruppe, geforderten zusätzlichen Sonntagsöffnungen.

Soli-Aktionen für die Beschäftigten

Der kda hat sich in den vergangenen Monaten an Solidaritätsaktionen für die von Schließungen bedrohten Karstadt-Beschäftigten in Nürnberg und München beteiligt. Wie es den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern derzeit geht, erklärte die Münchner Betriebsrätin Tatiana Dereli dem kda in einem  Interview. Der Evangelische Bundesverband Kirche-Wirtschaft-Arbeitswelt publizierte eine unternehmensethische Analyse zu Galeria Karstadt Kaufhof.

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