Solidarität – eine Sache des Herzens

NÜRNBERG. Wie die Gewerkschaften, so hat sich der kda Bayern auf die Kundgebungen am 1. Mai unter dem Motto: „Solidarisch ist man nicht allein“ vorbereitet. Doch durch die Corona-Pandemie ist dieses Jahr alles anders. Unsere Ideen und Gedanken dazu teilen wir in dieser Woche wie viele andere im Netz und fühlen uns nicht zuletzt auf diese Weise solidarisch verbunden.

Gerade jetzt ist neben allen systemrelevanten Berufen aber auch das vielfältige ehrenamtliche Engagement aus unserer Gesellschaft nicht wegzudenken. Ohne Ehrenamt wäre die Krise um einiges schwerer zu meistern. Wir brauchen diese freiwillige Form der Solidarität, die Sorge für und um einander.
Im Gegensatz zu einer Interessensgemeinschaft ist Solidarität nämlich nicht nur eine Sache der Vernunft, sondern auch des Herzens. Leicht werden ehrenamtliche Aufgaben von so manchem als „Liebhaberei“ abgetan, die im Gegensatz zum Geld verdienen nicht unbedingt notwendig ist. Doch gerade dieses Wort macht deutlich: Ehrenamtliche Arbeit hat etwas mit dem Herzen zu tun.
Das gilt nicht nur für die Person, die sich ehrenamtlich engagiert, sondern auch für das jeweilige Gegenüber, sei es der Seniorenkreis einer Kirchengemeinde, die Jugendmannschaft im Sportverein oder Geflüchtete in Gemeinschaftsunterkünften. Ehrenamt beruht in der Regel auf innerer Verbundenheit und Gegenseitigkeit. Man gibt etwas und bekommt gleichzeitig etwas zurück. So könnte die Corona-Krise letztlich  auch dazu führen, ein neues Gefühl für die Bedeutung von Nicht-Erwerbsarbeit zu bekommen. Solidarität ist nichts, was nur an Institutionen oder den Staat abgegeben werden kann. Solidarität ist eine Sache des eigenen Herzens; sie beginnt um die Ecke.

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