Arbeit wichtiges Merkmal von Integration

NÜRNBERG. Der vom Sachverständigenrat deutscher Stiftungen für Integration und Migration kürzlich veröffentlichte Bericht zum Integrationsbarometer 2018 zeigt, dass entgegen vieler anderslautender Berichte Integration und Interkulturalität in Deutschland von der Bevölkerung mehrheitlich positiv gesehen wird. Arbeit leistet dazu einen entscheidenden Beitrag.

Repräsentative Studie zeigt deutliche Offenheit für Zuwanderung und Integration

Die bundesweit repräsentative Umfrage stellt fest, dass sich der Integrationsklimaindex für Menschen ohne Migrationshintergrund leicht verschlechtert hat (2015: 65,4 2017/2918: 63,8 Punkte), dennoch aber weiterhin deutlich im positiven Bereich von über 50 Punkten liegt. Befragt wurden insgesamt 9298 Personen mit und ohne Migrationshintergrund. Insgesamt sind fast 60 Prozent der Befragten ohne Migrationshintergrund dafür, weiterhin Flüchtlinge aufzunehmen. Allerdings sind auch 57,4 % der gleichen Gruppe für oder eher für eine sog. Flüchtlingsobergrenze, also eine quantitative Begrenzung der der Asylzahlen.

Kontakt mit kultureller Vielfalt baut Ängste ab

Auffällig zeigt sich in den Daten der Zusammenhang von der Häufigkeit des interkulturellen Kontaktes und der Beurteilung des Integrationsklimas. Das Integrationsklima habe sich vor allem dort eingetrübt, „wo Menschen keine persönlichen Erfahrungen mit kultureller Vielfalt haben und Integration stärker ‚von außen‘ beurteilen“ heißt es im Bericht. Kontakt mit Migrantinnen und Migranten im persönlichen Umfeld ist demnach „einer der wichtigsten Faktoren für den Abbau von Vorurteilen“.

Arbeit und Bildung bestimmen Wahrnehmung von „Integration“

Unter anderem beantworteten die Befragten auch die Frage, von welchen Faktoren der „Erfolg“ in Deutschland abhängig ist. Hier wird deutlich, dass eine Mehrheit die Faktoren „Intelligenz/Begabung“ und „Bildung“ höher einstufen als Merkmale der Abstammung wie den Beruf oder die Herkunft der Eltern. Im Bericht von 2016 wurde zudem festgestellt, dass für 89,2% der Befragten ohne Migrationshintergrund und 93,3 der Befragten mit Migrationshintergrund eine feste Arbeitsstelle das wesentliche Kriterium darstellt, um in der Gesellschaft in Deutschland „dazu zu gehören“. Ein deutliches Signal für die Wichtigkeit von Arbeitsmarktintegration. Arbeit bedeutet für die Menschen Teilhabe und Zughörigkeit, unabhängig von der Herkunft.
Wieder zeigt sich das die betriebliche und gesellschaftliche Integration nicht unabhängig voneinander zu denken sind. Die interkulturelle Begegnung, auch am Arbeitsplatz, trägt zu einem positiven Zusammenleben in der Gesellschaft bei. Diese Erfahrung macht auch das Projekt start-ab! des kda in der Begleitung von Geflüchteten und den entsprechenden Betrieben.

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