Bündnis gegen Altersarmut sieht Kommunen in der Verantwortung

NÜRNBERG/ MÜNCHEN. Das Bündnis „Gegen Altersarmut in Bayern, insbesondere von Frauen“ weist im Vorfeld der Kommunalwahl erneut auf die Armutsgefährdung im Alter hin. Der kda Bayern unterstützt als Bündnispartner die Anliegen der Aktion und setzt sich schon länger gegen Altersarmut ein, wie beispielsweise mit einem seiner Kurzfilme. Nach einem langen Erwerbsleben oder dem Einsatz für Familie und Gesellschaft muss die Rente zum Leben reichen.

Altersarmut ist vor allem weiblich

In Bayern sind aktuell 21,5 Prozent (1) der Über-65-Jährigen armutsgefährdet. Armut führt nicht nur zur Unterversorgung im alltäglichen Leben, sondern schränkt auch die Handlungs- und Entscheidungsspielräume ein, behindert den Zugang zu sozialen und kulturellen Ressourcen und stellt ein Gesundheitsrisiko dar.
Betroffen sind vor allem Frauen: als Alleinerziehende, in der Familie mit drei oder mehr Kindern, als Erwerbslose und als Rentnerin. Gründe sind unter anderem die Teilzeitfalle, die Rentenlücke durch Carearbeit und die Lohnungleichheit.
“Kommunalpolitiker*innen dürfen hier nicht wegschauen!”, so die Forderung des Bündnisses in seinem neuesten Flyer.  Es liegt mit in ihrer Verantwortung, Altersarmut zu verhindern und Teilhabe zu ermöglichen.

Kommunale Strukturen schaffen, um Altersarmut zu verhindern

Das Bündnis hat deshalb einen Katalog mit Maßnahmen zusammengestellt, mit der Kommunen dazu beitragen können, das Risiko auf Altersarmut zu verringern:

  • Aufbau eines kostenlosen, ausreichenden, wohnortnahen und qualitativen Angebots an Krippen, Kindergärten und Horten
  • Ausbau von Unterstützungs- und Entlastungsangeboten für ambulante und stationäre Pflege sowie Tages- und Kurzzeitpflege
  • Umsetzung von „Guter Arbeit“ und Chancengleichheit für Frauen bei der Kommune und ihren Beteiligungsgesellschaften z. B. durch Arbeitsmarkt- und Ballungsraumzulagen
  • Förderung von Angeboten, die Frauen beim qualifikationsadäquaten Wiedereinstieg nach Kindererziehungs- bzw. Pflegephasen unterstützen
  • Einführung einer Tariftreueregelung bei der Vergabe von öffentlichen Aufträgen
  • Schaffung von bezahlbarem Wohnraum und Förderung alternativer Wohnformen durch die Vergabe von Grundstücken an Genossenschaften und Quoten für Sozialwohnungen

Kommunale Strukturen schaffen, um älteren Menschen ein menschenwürdiges Leben zu ermöglichen

  • Erstellung eines Armutsberichtes, der Transparenz schafft über das Ausmaß von Armut in der Kommune und ihren Quartieren
  • Gesellschaftliche Teilhabe durch bezahlbare Angebote für Bildung, Gesundheit, Kultur, Sport oder Freizeit ermöglichen
  • Isolation älterer Menschen verhindern durch aufsuchende Hilfen, Unterstützung von Selbsthilfestrukturen und Einrichten von Alten- und Servivecentren
  • Beratung und Informationen dort anbieten, wo ältere Menschen einfach und gut erreicht werden
  • Mobilität durch kostenlosen ÖPNV und kommunale Fahr- und Begleitdienste unterstützen
  • Sicherstellung der digitalen Teilhabe für Seniorinnen und Senioren

(1) Frauen 24,2 %, Männer 18,3 %, Armutsgefährdungsquote in Bayern gemessen am Landesmedian im Jahr 2018, Statistische Ämter des Bundes und der Länder.

(Foto: kda Bayern)

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