Enkel hüten und was noch? Ideen reifen lassen im Ruhestands-Seminar

HEILSBRONN. Im jährlich stattfindenden Seminar „Ruhestand im Blick“ trafen sich 15 angehende Ruheständler*innen im Religionspädagogischen Zentrum, um sich über den Einstieg in die Nacherwerbsphase auszutauschen und im Gespräch mit den anderen über Abschiede und Neuanfänge nachzudenken.

Abschied in Zeiten von Corona

Dabei lag der Fokus einerseits darauf, „was ich geschafft und erlebt habe“ – wie es eine Teilnehmerin ausdrückte. Andererseits kamen auch Unsicherheiten und Herausforderungen an diesem Übergang auf den Tisch. Kann ich mich motivieren, kriege ich Struktur in den neuen Alltag, werde ich mich überfordern und reicht meine Kraft noch aus, verliere ich soziale Kontakte oder meine Selbstbestimmtheit, fragten sich die Teilnehmenden. Aber auch, was es bedeutet, in Zeiten von Corona in Rente zu gehen: „Seit März bin ich im Home-Office und vermisse den Kontakt mit den Kollegen und sehe sie bis zu meinem Ausscheiden wahrscheinlich auch kaum noch.“ Oder: „Wahrscheinlich kann ich nicht die große Abschiedsfeier mit allen Kolleginnen und Kollegen machen, die ich mir gewünscht habe.“

Perspektiven für den neuen Lebensabschnitt

Neben Befürchtungen in Bezug auf den neuen Lebensabschnitt standen aber auch Hoffnungen wie „endlich das tun, wozu vorher keine Zeit war, vom Zeitkorsett der Arbeit befreit sein und einfach mal in den Tag hineinträumen können“. Klavier spielen anfangen, Suaheli lernen, Philosophie studieren, ein Repair-Cafe gründen, in die Alters-WG ziehen oder eine Volkstanzgruppe ins Leben rufen – die Ideen für ein Leben nach der Arbeitswelt waren vielfältig. Insgesamt überwog die Zuversicht, dass man/frau den Rollenwechsel hinkriegt, die Neugierde nicht verliert und weiter lernfähig bleibt. „Es hilft mir, wenn ich anderen zuhöre, wie die das bewältigen,“ sagt ein Teilnehmer und viele stimmen zu, als der Vorschlag kommt, es sollte professionelle Berufs-Ausstiegs-Begleiter geben.
Hanna Kaltenhäuser und Roland Hacker vom kda Bayern sind das zwar nicht dauernd, aber immer wieder gerne bei diesem Seminar.

(Foto: kda Bayern)

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