Jahrbuch Sozialer Protestantismus widmet sich Zeitpolitik

LEIPZIG. „Zeitpolitik“ ist das Thema und der Titel des neuen Jahrbuchs Sozialer Protestantismus. Es vereint vor dem Hintergrund der erzwungenermaßen veränderten Organisation der Arbeitszeit in der Corona-Pandemie Aufsätze, die sich der Frage widmen, wie der Umgang mit Zeit in unserer Gesellschaft formatiert ist.

Ideen für eine neue Zeitpolitik

Dabei brachte die Corona-Pandemie zutage, wie diese Formatierung soziale Ungleichheiten schafft. Während für die einen der Lockdown zu Entschleunigung führte, schuf dieser für andere eine zusätzliche zeitliche Verdichtung, etwa in der Gleichzeitigkeit von Homeoffice und Home-Schooling.

Der Band versammelt demzufolge Aufsätze, die sozialen Ungleichheiten in der Zeitpolitik nachgeht, Impulse für eine neue Zeitpolitik setzt und den Umgang mit der Zeit in biblisch-christlicher Perspektive sowie daraus folgende politische Konsequenzen beleuchtet. Den sozialen Ungleichheiten spürt etwa der Artikel von Tina Haubner im Bereich der Pflege nach. Erste Ideen für eine neue zeitliche Sozialpolitik entwirft Jürgen Rinderspacher in seinem Aufsatz. Die Bedeutung des arbeitsfreien Sonntags, wie er sich aus der biblischen Tradition ableitet, für die moderne Arbeitsgesellschaft beschreibt Ralf Stroh in seinen Ausführungen.

Wandel im Sozialpfarramt als Impulstext aus dem kda Bayern

Ergänzt wird der Band durch zahlreiche Rezensionen, die einen Überblick über wesentliche sozialethische Publikationen der jüngsten Zeit, insbesondere auch zum Themenfeld des Bandes, geben, und Berichte aus der Praxis der kirchlichen Dienste in der Arbeitswelt. Dort findet sich auch ein Artikel von Johannes Rehm, Leiter des kda Bayern, und Peter Lysy, stellvertretender Leiter des kda Bayern, zu der Frage, welchem Wandel das Sozialpfarramt in jüngster Zeit unterzogen ist und welche kirchenpolitischen Konsequenzen daraus zu ziehen wären. Diese Reflexion erfolgt vor dem Hintergrund eines siebenjährigen Projekteinsatzes von Lysy als Arbeitsseelsorger bei einer Krankenkasse.

Das Jahrbuch Sozialer Protestantismus erscheint seit 2007 in seiner nunmehr dreizehnten Auflage. Es vereint Aufsätze renommierter Experten und Expertinnen aus Wirtschafts- und Sozialethik und den Sozialwissenschaften und widmet sich einmal jährlich einem aktuellen sozialpolitischen Thema aus der Perspektive evangelischer Ethik. Das Jahrbuch kann über den kda Bayern direkt bezogen werden. Nähere Informationen dazu finden Sie hier.

Foto: geralt/pixabay

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