Vorstandswahl der EAG – Soziale Selbstverwaltung in bewährten Händen

SCHWARZENBRUCK. Im Bezirksverband Ober- und Mittelfranken der Evangelischen Arbeitsgemeinschaft für Soziale Fragen Bayern und Thüringen e. V. (EAG) fanden vergangene Woche Neuwahlen statt. Jürgen Hopf, Rummelsberger Diakon und im kda Bayern zuständig für das „Projekt Soziale Selbstverwaltung“ wurde von der Bezirksversammlung einstimmig im Amt als  EAG Bezirksvorsitzender bestätigt. kda-Leiter Johannes Rehm wurde als Beisitzer in den Vorstand gewählt. Barbara Grille wurde erneut stellvertretende Vorsitzende, Betty Wagner, Franz Ott, Heinz-Wolfgang Malessa bringen sich künftig ebenfalls als Beisitzer ein. Die Mitglieder der EAG engagieren sich ehrenamtlich in der Sozialen Selbstverwaltung. Sie nehmen Mandate in den Deutschen Rentenversicherungen, in den gesetzlichen Krankenkassen sowie in Sozial- Arbeitsgerichtsbarkeiten wahr.

Soziales Engagement unter erschwerten Corona-Bedingungen

Als alter und neuer Vorsitzender berichtete Hopf aus dem Vorstand der Deutschen Rentenversicherung Nordbayern. So laufen in der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Arbeitnehmerorganisation (ACA), der auch die EAG angehört, langsam die Vorbereitungen für die nächsten Sozialwahlen im Jahr 2023 an. Leider hatte die Pandemie einige bisherige Aktivitäten regelrecht ausgebremst.
Auch in der Sozialgerichtsbarkeit hat Corona tiefe Spuren hinterlassen, beklagte Heinz-Wolfgang Malessa, der als ehrenamtlicher Richter am Sozialgericht Nürnberg tätig ist. So wurde er zu weniger Verfahren geladen, und bei Verhandlungen fehle ihm aufgrund des Maskengebots der für ihn wichtige Blickkontakt zu den Prozessbeteiligten.
Petra Hopf, stellvertretende Vorsitzende der EAG, berichtete über ihre Tätigkeiten als Versichertenberaterin in der Deutschen Rentenversicherung. Gerade in Zeiten der Pandemie hat sich Beratung der Versicherten und die Antragsaufnahme erheblich erschwert. Längere Zeit konnten die Beratungsgespräche und die Anträge nur telefonisch bearbeitet werden. Besonders bei den Anträgen für Hinterbliebene erlebte Hopf diese Veränderung als dramatisch. Gerade bei diesen Gesprächen sind Zuhören und persönliche Empathie wichtige Faktoren. Ein rein formeller Kontakt reicht hier in der Regel nicht aus. Immer häufiger werde sie als Versichertenberaterin deshalb auch seelsorgerisch gefordert.

Es gibt viel zu tun

Doch auch unabhängig von der Corona-Pandemie gehen der EAG die Aufgaben nicht aus. So wies Jürgen Hopf auf die Problematik der zum 1. Januar eingeführten Grundrente in der Praxis hin. Die Bearbeitung der Grundrente stellt alle Rentenversicherungsträger vor einem enormen Arbeitsaufwand. Darunter leiden auch die Bearbeitungszeiten für die regulären Antragsverfahren.
Grille informierte über die aktuellen Entwicklungen in der AOK und aus deren Verwaltungsrat. Aufgrund der Amtsaufgabe von Bayerns DGB Vorsitzenden Matthias Jena wird der Verwaltungsrat einen neuen Vorsitzenden erhalten. Die Kosten der Pandemie, die auf die Krankenkassen zukommen seien ihrer Meinung nach nicht gerechtfertigt. Immerhin werden damit auch gegebenenfalls der Leistungskatalog der Krankenkasse und die Beiträge der Versicherten beeinträchtigt.

In enger Verbundenheit

Der Leiter des Kirchlichen Dienstes in der Arbeitswelt (kda) Pfarrer Prof. Dr. Johannes Rehm betonte in seinem Grußwort die enge Verbundenheit des kda Bayern mit der EAG und all ihren Aufgaben. Sie engagiert sich auf Basis der christlichen Haltung und im Sinne der evangelischen Sozialethik. Trotz Eigenständigkeit der EAG gehöre die Förderung und Unterstützung der ehrenamtlichen Arbeit in der Sozialen Selbstverwaltung zu den Kernaufgaben des kda. Gleiches trifft auf das Miteinander von EAG und Aktionsgemeinschaft für Arbeitnehmerfragen (afa) zu, wie afa-Geschäftsführer Klaus Hubert betonte.

(Foto: kda Bayern)

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