Das Jahr zurücklegen in Gottes Hand

Es ist genug, wir sind voll Angst …den Arbeitsplatz zu verlieren, dass die Kinder den wechselnden Schulsituationen nicht standhalten können und unsere Alten zu wenig Fürsorge erfahren.
Wir legen unsere Angst in Gottes Hand.

Es ist genug, wir sind voll Ärger…, über sogenannte „Querdenker*innen“, den abgesagten Urlaub und über den erneuten „Lockdown“.
Wir legen unseren Ärger in Gottes Hand.

Es ist genug, wir sind traurig…weil wir Menschen verloren haben, weil unsere Beziehungen unter der Ferne leiden und weil wir niemanden umarmen können.
Wir legen unsere Trauer in Gottes Hand.

Es ist genug, wir sind erschöpft…mit unseren Ängsten, mit allen Ärgernissen und mit unserer Traurigkeit.
Alles das, was in diesem Jahr so anstrengend war, was uns immer noch herausfordert, können wir am Ende des Jahres, in Gottes Hand legen und damit loslassen. Wir haben unseren Teil getan, nun können wir vielleicht auch versöhnt zurückschauen auf dieses Jahr.

Denn – erinnern Sie sich? Dieses Jahr war auch noch so viel mehr:
Es war Frühling und Sommer, die Natur hat sich von uns Menschen erholt, Kinder sind geboren, Beeren und Äpfel wurden geerntet und verarbeitet, kleine Feste mit Abstand im Freien haben stattgefunden und Urlaub war irgendwie auch, anders, aber bemerkenswert.
Und – wir haben viel gelernt, z.B. wie das geht mit den Video-Besprechungen und dem mobilen Arbeiten. Wir haben gesehen, dass unsere Kinder und Jugendlichen das ganz gut machen mit den wechselnden Lernbedingungen. Und wir haben mit Respekt unsere Eltern und Großeltern erlebt, mit welchem Gleichmut sie die neuen Regeln aufgenommen und umgesetzt haben.

Aber – wir haben auch gesehen, dass Menschen abgehängt werden, dass Kinder nicht gut ausgestattet sind für den Fernunterricht, dass unsere „Alten“ in Heimen und Zuhause drohen, zu vereinsamen und wichtige „systemrelevante“ Berufe nicht adäquat bezahlt werden.
Das dürfen wir nicht vergessen, dafür müssen wir sorgen, dass diese Unzulänglichkeiten und Ungerechtigkeiten, die „Corona“ an die Oberfläche gespült hat, im nächsten Jahr nicht wieder im Untergrund versinken.
Diese Achtsamkeit für Menschen und Zustände möge uns erhalten bleiben im kommenden Jahr…und ein Lächeln unter unserer Maske.

Meine Seele ist stille zu Gott, der mir hilft.
Aber sei nur stille zu Gott, meine Seele;
Denn er ist meine Hoffnung.
Er ist mein Fels, meine Hilfe und mein Schutz,
dass ich nicht fallen werde.
Bei Gott ist mein Heil und meine Ehre,
der Fels meiner Stärke, meine Zuversicht ist bei Gott.
(Psalm 62, 2.6-8)

Dorothea Kroll-Günzel, kda Nürnberg

(Titelbild: Andreas Lischka/ pixabay.com)

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