Durchschnaufen, runterkommen, Schwung holen

Halbzeit! Zeit zum Durchschnaufen, Runterkommen, Schwung holen. Im Fußball erfolgt dann eine Ansprache vom Trainer oder von der Trainerin, mal analytisch, mal motivierend, mal mehr Durchhalteparole, mal mehr Donnerwetter. Gelegentlich ist ein Team danach wie ausgewechselt. Wie sonst hätte etwa der FC Liverpool im legendären Champions-League-Finale von 2005 den 0:3-Rückstand gegen den AC Mailand noch zu einem 6:5-Sieg wenden können? Fußballfans werden hier viele Beispiele einfallen.

Dass eine Halbzeit das Spiel verändern und sogar drehen kann, gilt allerdings nicht nur im Sport. Im beruflichen Alltag jedes Menschen gibt es Halbzeiten – jeden Tag, jede Woche, jedes Jahr. Da ist die Hälfte geschafft, man kann sich sammeln und auf den zweiten Durchgang vorbereiten. Es ist ein günstiger Moment, den Blick wieder frei zu kriegen und gedanklich kurz auszusteigen aus dem Gerüst der Routinen.

An dieser Stelle gibt es vom kda jedoch keine Trainer-Ansprache, sondern eine wöchentliche Andacht. Ab heute jeden Mittwoch um 12 Uhr, zur Mittagspause. Es ist eine Einladung zum Innehalten, zum Nachspüren: Was ist wichtig und wahr, diesseits und jenseits unserer täglichen Anforderungen?

Vom weisen König Salomo lesen wir in der Bibel diesen Satz: „Denn er gab mir sichere Erkenntnis dessen, was ist, sodass ich den Bau der Welt begreife und das Wirken der Elemente: Anfang, Ende und Mitte der Zeiten, wie die Tage zu- und abnehmen, wie die Jahreszeiten wechseln, wie das Jahr umläuft und wie die Sterne stehen.“ (Buch der Weisheit 7, 17-19)
Wenn wir versuchen, die größeren Abläufe zu verstehen – Anfang, Ende und Mitte der Zeiten – erkennen wir vielleicht auch die Spuren Gottes in unseren eigenen täglichen Abläufen. Dafür sollte nicht nur am heiligen Sonntag Gelegenheit sein, sondern zum Beispiel auch mal mittendrin in der Woche.

Mittwoch ist der „Hump Day“, also der „Buckeltag“, wie ihn Amerikaner*innen mit festem Blick aufs Wochenende nennen. Da hat man die Arbeitswoche schon halb bewältigt. An diesem Mittwoch, dem 1. Juli, ist zudem auch noch das „Bergfest“ des Jahres, die zweite Jahreshälfte beginnt. Eine gute Chance, mir selbst mal eine „Halbzeit“ zu gönnen und mich zu vergewissern, was mich wirklich trägt, durch die Woche und durch das Jahr.

In diesem Sinne: einen gesegneten Mittwoch!

Philip Büttner, kda München

(Foto: matimix/ canva.com)

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