Einzug im Leben – trotz Corona

Siehe dein König kommt zu dir, ein Gerechter und ein Helfer. (Sacharja 9,9)

Überall in den Straßen unserer Städte und Dörfer zeigen uns die Lichterketten und die geschmückten Tannenbäume, wir befinden uns in der Adventszeit. Advent ist die Zeit der Ankunft, der Erwartung und der Vorbereitung auf das Weihnachtsfest. Der Handel hat seine Vorbereitungszeit oftmals schon bis weit in den Oktober hinein verlegt, damit ein größerer Umsatz erwartet werden kann.

Doch was macht Corona aus unserem Weihnachten?
Weihnachtsmärkte und Budenzauber sind jedenfalls auf ein Minimum reduziert oder finden diesmal gar nicht statt. Auch unser traditionelles Familienfest wird sich auf die limitierte Zusammenkunft weniger Hausstände beschränken. Dennoch bereiten wir uns als Christen in der Adventszeit auf die Ankunft unseres Herrn vor – trotz auferlegter Kontaktbeschränkungen. Unser Erlöser, Gottes Sohn, kündigt sich an. Jesus möchte bei uns einziehen – ohne Abstand – in unser Herz und in unser Leben. Doch wie sollen wir ihn empfangen, wie begegnen wir ihm?

Christus kommt nicht als Staatsmann oder als Chef mit Dienstwagen und Chauffeur, sondern er kommt auf einem Esel geritten.
Christus kommt auch nicht zu uns als Controller zum Audit oder als Investor zur Betriebsbesichtigung. Jesus begibt sich zu uns auf Augenhöhe und als unser Helfer. Er ordnet nicht an, sondern er bittet um Einlass. Er nimmt nicht Wohnung im Palast des Herodes, er wohnt nicht bei den Mächtigen, sondern er ist in den Schwachen mächtig. Er kommt in einem Stall zu uns Menschen und er möchte in unserem Herzen Wohnung nehmen. Unser Heiland sucht nicht die Distanz, sondern er kommt zu uns. Er will, dass wir alle seine Nähe spüren. Christus begegnet uns in unseren Arbeitskollegen und allen unseren Mitmenschen.

Dass Jesus Christus, unser König, als Gerechter kommt, ist nicht das Ergebnis einer Wahl oder einer Volksabstimmung. Die Gerechtigkeit dieses Königs besteht nicht im Urteil der Menschen, sondern im Urteil Gottes über ihn. Die Menschen haben ihn als Ungerechten bezeichnet, weil er zum Beispiel die Zöllner und Sünder einlud. Er ist der, der das Gesetz Gottes erfüllt. Bei ihm verging keine Sekunde seines Erdenlebens, in dem er nicht mit dem Willen Gottes übereinstimmte. Ganz anders als bei uns. Jesus Christus ist ein Gerechter und ein Helfer zugleich. Gott hat seinen Sohn zu unserem Christus gemacht. Nur so war uns zu helfen, dass der Gerechte uns seine Gerechtigkeit schenkt und unsere Sünde, unsere Fehlverhalten dafür eintauscht. Dieser König spricht nicht nur Recht, er ist auch gerecht. Der Messias ist das Geschenk Gottes an uns Menschen. Unsere gegenseitigen Geschenke zu Weihnachten sollen daran erinnern. Advent ist nicht das Jubiläum seines ehemaligen Kommens, sondern seine Ankunft soll sich in unserem Leben wiederholen. Jesus will Einzug in unser Leben halten.

Deshalb gelten die Worte aus dem alten Kirchenlied „Macht hoch die Tür“ auch in diesem Jahr:
O wohl dem Land, o wohl der Stadt, so diesen König bei sich hat.
Wohl allen Herzen insgemein, da dieser König ziehet ein.
Er ist die rechte Freudensonn, bringt mit sich lauter Freud und Wonn.
Gelobet sei mein Gott, mein Tröster früh und spat.

Jürgen Hopf, kda Nürnberg

(Foto: congerdesign/ pixabay.com)

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