Solidarität der Generationen

In Deutschland herrscht „Generationenkrieg“, so steht es aktuell im Spiegel. Weil durch die geplante Rentenaufstockung jetzt einige Menschen im Alter etwas mehr Geld erhalten, müssten sich jüngere vor riesigen wirtschaftlichen Lasten fürchten.
Mir kommt ein Bibelwort in dem Sinn, dass hochaktuell ist: Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren, auf dass du lange lebest in dem Lande, das dir der HERR, dein Gott, geben wird. (2. Mose 20,12)
Ein Bibelwort, das nicht dem Neid das Wort redet, sondern dem Segen und Segnen. Es enthält eine Verheißung. Die Zuwendung und Wertschätzung für die Elterngeneration spiegelt sich im Wohlergehen, Wohlstand und sozialer Stabilität der nachfolgenden Generationen wieder.

Die Situation in unserem Land sieht anders aus. Die deutsche Wirtschaft ist mehr als doppelt so schnell gewachsen wie die Zahl derjenigen, die Renten beziehen, was nichts anderes bedeutet, als dass mehr als genug für alle Generationen da ist und der Lebensstandard für alle steigen sollte.
Im Zeitraum von 1999 bis 2017 ist die Arbeitsproduktivität in Deutschland inflationsbereinigt um über 20 Prozent gestiegen. Gleichzeitig stiegen die realen Löhne jedoch nur um acht bis neun Prozent, und mit ihnen die Renten. Sowohl arbeitende Menschen als auch alle in Rente hätten deutlich mehr verdient gehabt.
Die gesamtwirtschaftliche Realität ist also eine andere, als sie uns suggeriert wird. Sie unterstreicht unser Bibelwort und die daraus folgende Verheißung: Die Zuwendung und Wertschätzung für die Elterngeneration spiegelt sich im Wohlergehen, Wohlstand und sozialer Stabilität der nachfolgenden Generationen wider.

Gerade die vergangenen Monate haben gezeigt, dass wir eine neu anerkannte Solidarität der Generationen brauchen, wenn wir als Gesellschaften die Herausforderungen der Zukunft meistern sollen. Vielen älteren Menschen wird zurzeit schmerzhaft bewusst, dass die nachfolgenden Generationen wesentlich prekärer und unsicherer in der Arbeitswelt sind. Viele ältere Eltern unterstützen mental, praktisch (z.B. durch Übernahme der Kinderbetreuung) und finanziell die nachfolgenden Generationen.
Unser auf den ersten Blick altbackenes Bibelwort, Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren, auf dass du lange lebest in dem Lande, das dir der HERR, dein Gott, geben wird, bekommt hier eine neue Aktualität. Der herbeigeredete Generationenkrieg ist grundlos. Auch in der aktuellen Zeit ist es notwendig, die Menschen der älteren Generation in den Arm zu nehmen – real und virtuell. Dazu gehört selbstverständlich das Gönnen der gerechten Teilhabe des erwirtschafteten (Volks-)Vermögens.

Klaus Hubert, kda Nürnberg und Aktionsgemeinschaft für Arbeitnehmerfragen

(Titelbild: Gerd Altmann/ Pixabay.com)

 

Mittwochsandacht

Weitere Mittwochsandachten

Wolkige Aussichten

Haben Sie als Kind auch gerne mal in die Wolken geschaut? Vielleicht auf der Wiese hinterm Haus liegend, dabei einen Grashalm im Mund. Oder am Spielplatz um die Ecke auf…
weiterlesen

Systemrelevant?!

Bin ich systemrelevant? Als alle Welt in die Heimbüros abtauchte, wurde plötzlich klar, systemrelevant sind vor allem die, die nicht zu Hause bleiben können: Krankenpfleger, Busfahrerinnen, Verkaufspersonal, die Müllabfuhr ……
weiterlesen

Teamwork ist Mist

Teamwork ist Mist. Finde ich jedenfalls. Nicht weil ich etwa Aversionen gegen Kolleg*innen oder Menschen im Allgemeinen hätte. Solange niemand meine Bürotasse benutzt, mag ich Menschen. Ich bin auch nicht…
weiterlesen

Durchschnaufen, runterkommen, Schwung holen

Halbzeit! Zeit zum Durchschnaufen, Runterkommen, Schwung holen. Im Fußball erfolgt dann eine Ansprache vom Trainer oder von der Trainerin, mal analytisch, mal motivierend, mal mehr Durchhalteparole, mal mehr Donnerwetter. Gelegentlich…
weiterlesen
Menü